
Python der "Bouldertraum"?
Das Neuste Mitglied der La Sportiva Schlangenfamilie lässt mich wirklich hoffen auf einen neuen perfekten Boulder Slipper.
Nun ist das offizielle Design des Python raus. Es hat sich geändert. Allerdings nur in Farbe und anderen Details. Im wesentlichen bleibt der Schuh bestehen! EInige wichtige Erkenntnisse wollte ich jedoch loswerden.

Python ALT
Wie man auf den Bildern sehen kann (wenn man genau hinschaut) ist die Zehenbox eine Mischung zwischen dem Cobra und dem Solution. Wir erinnern uns an die ägyptische Form des Cobras und allround Form des Solutions.

Leder verspricht persönliche Anpassung - der Klettverschluss bringt nicht die "Erlösung"

Details haben sich geändert... Das elastische Anteil des Velcros erlaubt kein "richtigen Zug"

Ein gelungener Kompromiss der vielen Fußtypen passt

Zehbox ist links etwas "neutraler"
Mit Python scheint La Sportiva eine

P75 ist ausgewogen und seit Jahren beliebt - Cobra, Miura...
Symbiose zwischen den tradionellen Eigenschaften eines Kletterschuhs (Leder, kein P3, keine Gummifüllung in der Ferse, dafür mehr Gefühl durch dünne Zwischensohle) und den modernen Features wie: Toe-Hook Gummierung, voll gummierte Ferse, Halbsohlen-Konstruktion, Mix aus Velcro und Slipper.
Der Leisten ist mit P75 für alle drei (Solution, Cobra, Python) gleich. Die

Passt super bei schmalen Füßen - Cobra
Form der Python Zehenbox sieht nach mehr Platz für längere Zehen 2,3,4,5 aus (ich denke ägyptischen Zehenform wird er dennoch passen). Die Sohle ist mit 3,5 mm genau so dick wie beim Solution sieht aber doch dünner aus. Der Toe-Hook Patch ist von der Form her eine Mischung aus Speedster (Form – schmalerer streifen) und Solution (Material Stärke).
Die Mittelsohle LaSpoFlex ist 0,8mm dick (im Vergleich zu 1,1mm La Sportiva Katana Lace) und ist nur im Voderfuss zu finden.

Etwas Solution ein wenig Speedster - Perfekte Ferse?
Die Ferse ist zwar voll gummiert soll aber deutlich (old shool) sensibler sein als beim Solution und ziemlich klebrigen Gummi haben. (Daumen hoch).
Insgesamt sollen alle Wettkämpfer die bis jetzt nicht von dem guten alten Cobra auf den Speedster umsteigen wollten, nun mit der neuen Schlange glücklich werden.

Dünn...3,5mm verspricht sensitivität
Ich persönlich finde die Kombination aus verschiedenen Modellen für genial. Ist zwar nichts neues aber man muß das Rad ja nicht ständig neu erfinden!!!

Python der "Bouldertraum"?
Meine PRO-Argumente für Python als nächsten Plastik-Kracher:
+ single Velcro (reicht voll aus um zu stabilisieren und ist schnell genug, gute Erfahrungen mit Jet 7 und Team gemacht)
+Toe-Hook Patch als MIX aus Solution und Speedster (es gibt NICHTS besseres auf dem Markt (bis jetzt) – Problematisch könnte die geringe Breite des Gummi Streifens sein)
+Voll Gummierte Ferse ohne Gummifühlung (kein abglöstes Gummi mehr, bester Grip und Gefühl wie beim Speedster)
+Halbsohle-LaSpoFlex (etwas Unterstützung mus sein)
- Ich werde P3 vermissen …
nur noch 24 Tage……
Bilder mit freundlicher Genehmigung von bergzeit.de
UPDATE 25.04.2011
Habe heute den La Sportiva Python zum ersten mal in der Hand und am Fuß gehabt. Folgende Erkenntnisse konnte ich gewinnen:

Die Optik ist eine Mutation aus Cobra, Speedster und Solution
Python macht einen für La Sportiva typischen guten Gesamteindruck. Das Leder ist nicht das dünnste erscheint mir aber auch nicht besonders dick, die Sohle dünn (3mm?) und weich. Ich würde sagen, dass die Sohle an jeder Stelle (Kante, unter dem Zeh, Spitze) gleichermaßen weich ist und sich in etwa auf dem Level eines Speedsters bewegt.
Die Form des Leistens ist aus meiner Sicht die selbe wie beim guten alten Cobra. Soll heißen: alle Kletterer mit ägyptischen Zehenform und schmalen Füßen werden auch hier wunschlos glücklich sein. Die Zehenbox ist dagegen etwas höher als beim Slipper Klassiker, sodass man auch mit langen Zehen genug Platz findet.
Die Ferse ist von der Form sehr gut und hat in der richtigen Größekeine Luft in den “Ecken”.

Schmal, Spitz, mit Platz nach oben
Python fällt laut Hersteller genau so aus wie Cobra und braucht eine Zeit bis er sich der Form der Füße anpasst. Meine gewohnte La Sportiva Größe 40 EU hat im Python jedoch nicht funktioniert. Er war mir “zu groß” – und zwar war der große Zeh nicht vorne dran. In der 39,5 EU sah schon besser aus, die Zehenbox über den großen Zeh war jedoch immer noch nicht vollständig “gefüllt“. Die 39 EU könnte ich jedoch ohne zu Weinen nicht anziehen, denn meine kleinen Zehen und Fußknochen außen waren schon bei 39,5 am Anschlag! Da mir Cobra genau so gut “passte” hatte ihn nie gehabt, so dass ich mich leider nicht auf deren “normale Größe” ausrichten kann.

Fast vollgummierte Ferse macht einen guten Eindruck
Die Gummierung der Ferse ist nur an der Außenseite “durchgehend”, an der entscheidenden Stelle (außen) scheint es eine Art Beschichtung zu sein und kein richtiges Gummi. Das Ganze ist alles in einem nicht so griffig wie bei Solution.
Die Gummierung über den großen Zeh ist ziemlich dünn, besteht aus richtig klebrigen Gummi (eigentlich das selbe wie beim Solution) und ist leider nicht ganz so großflächig angebracht wie es beim Solution der Fall ist. Eine ordentlich Toe-Hook Performance ist trotzdem 100% gegeben – davon bin ich fest überzeugt!
Der gesamte Slipper ist sehr agil, flexibel und braucht meiner Meinung nicht eingeklettert zu werden.

Zugschlaufe ist keine... Das Velcro bring keinen richtigen Zug auf (wie beim 5.10 Team)
Am wenigsten haben mich der Einstieg und der Single Velcro überzeugt. Man kriegt den Fuß nicht so leicht rein wie ich es vom Speedster gewohnt bin. Da die Schlaufe vorne am Spann gar keine Schlaufe ist sondern eine Art “Zunge”, die man festhalten muss. Ist man drin, hat man nicht das Gefühl, dass man auf das Schliessen des Velcros verzichten kann, da die große schwarze Gummibandfläche durchgehend ist und in der Mitte keinen Ledereinsatz hat. Ich denke dass ich deshalb kein richtig festen (fällt mir beim Hooken nicht vom Fuß) Sitz feststellen konnte.

Die Sohle sieht aus wie die von Speedster, ist jedoch deutlich scmaler
Was ich absolut nicht verstehe wieso La Sportiva diesen Velcro nicht in gewohnter Art und Weise (mit einer Umlenköse) umgesetzt hat….???? Zum Einen lässt sich mit dem vorhandenen Klettverschluss kein richtiger Zug aufbauen. Zum Anderen braucht man definitiv zwei Hände, um den zweigeteilten Verschluss zu schliessen. Schnell Ausziehen ist kein Problem. Der Einstieg missfiel mir wie gesagt.
Fazit
Python steht formtechnisch voll in der Tradition des Cobra´s. Noch weicher, noch sensibler ist der neue Slipper und kann SOFORT von 0 auf 100 Vollgas benutzt werden. Für mein Geschmack (und nach meinen Erfahrungen mit dem Speedster) ist solch ein dünner Slipper am besten am Plastik zu gebrauchen, da er mir an Deutschlands Felsen zu wenig Unterstützung bieten kann. Nach Mega langem Leben am Plastik sah der Python für mich nicht aus. Die 3mm (?) dünne Sohle mit der konventionellen Spitze wird an rauen Kunstwänden auf präzise Fußarbeit angewiesen sein, um überleben zu können.

Die Optik ist wirklich gelungen, die Performance kann ich leider NOCH nicht beurteilen
La Sportiva schreibt, dass dieser Schuh speziell für Wettkämpfe gedacht ist. Diesem Einsatzzweck kann ich voll zustimmen. Der große Vorteil, dieses Modells ist die “Out of the Box” Eigenschaft – kein Einklettern der Sohle ist notwendig. Heißt: Auspacken und wenn die Form passt sofort für scharfe Einsätze verwenden.
Das Formen nach eigenem Fuß ist sicher möglich, da Python aus Leder ist und keine Fütterung aufweist. La Sportiva lässt verkünden, dass Python die angenommene Form länger hält und länger eingeklettert werden muss – so dick kam mir das Leder jedoch nicht vor. Wie lange diese Periode bei breiten Füßen andauern kann, werde ich wohl erst zum Winter hin berichten können. Erst zu Hallensaison werde ich nämlich diesen Slipper anschaffen und drannehmen.
Einfach ausprobieren. Wenn man jetzt keinen bekommt, dann muss man bis Oktober und später warten, da La Sportiva gerade die “Nachbestellungen” produziert und anscheinend nicht auf Lager hat.
UPDATE 12.07.11:
Obwohl mich Python nicht so umgehauen hat, habe ich ihn nun doch in 39,5 EU (Normal La Sportiva 40 EU) geholt. Am Anfang sau eng und selbst nach dem 3ten Bouldertag immer noch schmerzhaft… Das Leder gibt nicht so schnell nach wie beim Moccasym oder Krypto, was für den einen ein Fluch und für den anderen ein Segen ist! Für meinen breiten quadratischen Fuss eher ein Fluch. Habe ihn schon zwei mal mit Wasser gefühlt, ausgekippt und dann eingestiegen. Langsam wird er erträglicher.
Die Ferse passt gut, habe das Gefühl, dass sie unten am Fersenboden/spitze etwas schmaler ist als bei Miura. Ansonsten ist der Schuh luftleer und geht in 39 EU sicher nicht über meinen Fuß.
Das Klettern mit dem Teil, ist einfach phänomenal! Muss ich zugeben, obwohl ich ja anfangs sehr skeptisch diesbezüglich war. Die Präzision der Spitze, das bombastische Gefühl und die sehr anpassungsfähige Gummi lassen mich selbst auf technisch anspruchsvollen Spax “entspannt” Platz nehmen. Das Saugen, Greifen, Graben usw. ist bombastisch und wird höchstens von der Toe-Hook Performance übertroffen. Das P3 wäre für mich zwar trotzdem wünschenswert gewesen, es funktioniert aber auch ohne Super!
Toe-Hooken ist wie gesagt phantastisch und [FAST] besser als beim Speedster.
Hooks sind auch super. Die Ferse bleibt dank des Pseudo-Velcro´s bei jedem Hook im Schuh – 100%! Dieser Velcro funktioniert auch besser als von mir gedacht.
Alles in einem ein Spitzen Teil dieser Python. In der Halle bin ich wirklich begeistert, denn der Fuß hält wie angenagelt..!
Zur Haltbarkeit, Formbeständigkeit etc. ein Paar Monaten mehr
Weitere Infos:


Hallo,
habe mir heute (beim Rumrich in München) den Python gekauft. Der Preis ist schon mal die erste Ansage von La Sportiva, wie ich finde: 76€. So günstig war ein Kletterschuh noch nie. Da Teil passte von Anfang an. Ich habe eher ägyptische Füße mit langen Zehen wobei der zweite Zeh fast so lang wir der große Onkel ist. Meine Straßenschuhe habe ich in 44, den Python in 41 1/2.
Ich bin dann gleich mal in die Boulderwelt weiter zum Ausprobieren. Bin mit dem Schuh wirklich sehr zufrieden. Der ganze Schuh ist extrem weich wodurch man schön alle Tritte erfühlen kann und immer merkt wie gut oder schlecht man steht. Dadurch ist natürlich auch etwas mehr Kraft aus den waden nötig, viel Unterstützung bietet der Schuh natürlich nicht. Auch Hooken geht Prima. Die Ferse rutscht kein bissel.
Anziehen geht relativ einfach, ausziehen jedoch nicht. Die Ferse sitzt so bombenfest, dass es echt schwer fällt den Schuh vom Fuß zu bekommen. Ein Nachteil entsteht dadurch natürlich keiner.
Alles in allem ein Hammer-Schuh mit super Performance bei dem ich bisher keine Schwächen feststellen konnte. Und der Preis ist unschlagbar.
Grüße,
Basti
Danke für deine Info – hilft bestimmt den einigen weiter.
Ich war mit dem Teil mittlerweile in Kochel und muss sagen, dass er auch beim Bouldern am Fels echt top ist. Wie es bei langen Routen ist schau ich jetzt am WE. Nach 1,5 Wochen nimmt langsam meine Fußform an… die Schmerzen sind “FAST” weg.
Grüße
Halihalo,
erstma möchte ich mich für deine ausfürlichen Berichte bedanken, immerhin habe ich nur deshalb genau die 3 richtigen Größen der Schlange bestellt, sprich ich habe nun die Python in den Größen 39,5 , 40,0 , und 40,5 vor mir liegen (bei einer Straßenschuhgröße von 43/44). Ich dachte mir also wie haben in etwa die gleiche Fußgröße, wobei meine Zehen glücklicherweise „ägyptisch“ angeordnet sind
Ich habe nun folgendes Problem und das ist auch der Grund warum ich dir schreibe. Nachdem ich schnell feststellte, dass ich unmöglich in die 39,5 rein komme, probierte ich die anderen zwei Größen aus und musste festellen das beide bomben fest sitzen. Sie saugen sich förmlich vakumdicht an, hammer!!! Was ich jedoch nicht verstanden habe ist, dass sich die 40 besser anfühlt als die 40,5 , also schon saumäßig eng, aber immerhin noch ertragbar. Meinst du ich sollte gleich bei der 40 bleiben und sie ordentlich eintragen und ggf. mit der Wassermethode behandeln? Dass sich die 40 außerdem besser trägt als die 40,5 kann ich mir auch nur so erklären, als dass sie schonmal anprobiert wurde, oder die Produktion einfach kleine Abweichung nicht vermeiden kann?! Also, meinste der Schuh passt sich ausreichend an, sodass ich bei der 40 bleiben kann? Danke schonma für deine Antwort! MACH WEITER SO!
Grüß dich!
Na da bin ich froh dass ich helfen konnte!
Sorry die späte Antwort – bin unterwegs…
Also: ich würde dem Gefühl folgen. Meine 39,5 saß auch erträglich als die 40er. Das “bessere Gefühl” kommt meiner Meinung nach durch die gleichmäßige Druckverteilung bei der “Minimalgröße” zustande. Ich würde in deinem Fall die 40er richtig einlatschen, denn der Schuh weitet sich irgendwann definitiv. Es ist nur die Frage von Menge an Schweiß und genügend Druck von Innen auf das Material. Meine 39,5 liebe ich mittlerweile. Sitzt hauteng und ist nach der Wasserbehandlung auch bei 25m Routen Draußen erträglich. Wirklich Super. Solche Passform und “Komfort” kriegt man nur mit Leder hin – kostet zwar etwas Arbeit/Geduld/Zeit/Schmerz aber es lohnt sich.
Hoffe die Antwort kommt pünktlich.
Für alle anderen: Python ist ein echt toller Schuh auch ohne P3. Nicht nur am Plastik!!!!
Grüße
Danke für die (etwas zu späte) Antwort

Hab mich letztendlich für die 40 entschieden, die saß einfach besser und ich dachte mir, wenn dir die 39,5 passt, dann sollte das klappen… Ich war bisher leider nur einmal am Plastik (gerade im Urlaub) und meine ersten Eindrücke waren durchweg positiv! Die Passform ist einfach perfekt, die Schmerzen sind auszuhalten und der Fuß steht an jedem noch so kleinem Spack! einzig und allein das Gefühl am Tritt ist noch etwas “unsensibel”. Ich nehme mal an, dass sich das gibt sobald der Schuh eingelatscht ist
Der Hook ist jetzt schon oberste Bombe!
Freu mich schon riesig auf den nächsten Schlangeneinsatz!!!
BB und Grüße aus Potsdam
Nach ein paar Wochen des Einbouldern und testens bin ich auch noch ein kurzes Feedback schuldig:
Ich habe nach deiner Beratung und Empfehlung den Python behalten und überwiegend zum Bouldern (drinnen) getragen. Zunächst: Schmerz, viel Schmerz und die rasche Erkenntnis, dass er mir an der Wand beim Sportklettern nichts ist. Kleine Tritte überfordern meine Katana Laces gewöhnten (und liebenden!) Füße, insbesondere bei längeren Routen. Beim Bouldern war er schmerztechnisch erträglich und ungewohnt … gut! Auf einmal fühlt man die Tritte, kann greifen und (toe)hooken wie blöde. Auf die Wassertherapie zur besseren Passform habe ich bislang verzichtet, da auch so nach ~8 Boulderstunden die ersten schmerzlindernden Anpassungen im Material spürbar waren. Seit dem gewinnt der Schuh von Mal zu Mal mehr meine Sympatien, insbesondere nachdem ich beim letzten Mal gezwungen war beim Bouldern auf den KL zurückzugreifen – was für ein Vergleich …
Manko bleibt für meinen Fuß die zu breite Ferse. Die dürfte deutlich Strammer sein. Wo die Ferse landet, da bleibt sie in der Regel auch – but far from perfect…
An dieser Stelle also nochmal danke für deine Überzeugungsarbeit und deinen generellen Einsatz hier
Wie weit ist eigentlich dein Gummitest?
Ok. Danke für die Rückmeldung. Ich kann immer wieder nur betonen, dass die Wassertherapie den Schmerz erspart. Geht natürlich auch ohne
… mit viel Schweiß …
Hmm Gummitest … Momentan liegt XS Grip 2 tatsächlich vorne. Das Loch ist bei beiden zwar noch nicht da, aber die Hornet Spitze sieht “dünner ” aus. Ich zieh das jetzt durch bis zum bitteren Ende. Da ich zur Zeit sehr wenig in einer Kletterhalle mit besandeten Wänden klettere, kann es noch ein Stück dauern bis der Sieger feststeht. Schwer objektive Ergebnisse zu liefern da Python ja eine dickere Sohle hatte als der Hornet. Ich werde berichten.