Fußprobleme und Klettern

Hallux Valgus und weitere Gebrechen

Klettern ist ein toller, emotionsreicher und charakterbildender Sport/Leidenschaft/Lebensart usw. Doch neben all den Vorteilen, die das Klettern für unsere Psyche und Physis mit sich bringt, gibt es ein Paar kleine „Hacken“.

Muss jeder für sich entscheiden

Muss jeder für sich entscheiden

Die Belastung auf die Gelenke der oberen Extremität ist so ein Problemfeld, das die eine oder andere Kletterkariere beenden ließ. Doch auch unsere Füße als Träger der meisten Last sind beim Klettern extrem beansprucht. Ganz egal ob die Kletterschuhe eng sind oder richtig bequem – will man auf kleinste Tritte steigen muss man diese wohl oder übel mit der Spitze antreten. Beim spitzen Antreten und Belasten ist die auf das Zehengrundgelenk wirkende Kraft enorm hoch. Man muss nur vor Augen führen, dass man in so einem Moment mit 1/2 bis 2/3 (je nach dem wie gut die Griffe gerade so sind) des Körpergewichts auf einem einzigen Zeh steht. Ich denke die Belastung wird deutlich, wenn man versucht an einem einzigen Finger zu hängen.

Viel Gewicht auf einem Zeh und kleinen Fläche - extreme Belastung

Viel Gewicht auf einem Zeh und kleinen Fläche – extreme Belastung

Gott sei Dank stehen wir beim Klettern nicht permanent auf einem einzigen Zeh, doch die Summe all dieser gerade beschriebenen Belastungsspitzen macht am Ende den Braten fett. Ergebnis und Siegerehrung: Arthrose im Zehengelenk (Hallux Rigidus) und/oder Hallux Valgus. Ich möchte hier nicht pessimistisch wirken, doch die Beispiele aus dem Bekanntenkreis, welche mit ü40 schon derartige Probleme bekommen ließ mich nachdenklich werden. Eins steht fest, hat man so ein PROBLEM am Zeh kann man das Klettern in der gewohnten Schwierigkeit vergessen. Gerade am Fels kriegt man die Microtritte, egal ob aufgrund der Schmerzen oder des nun zwingend gewordenen größeren Patschens, einfach  nicht in den Griff.

Bei aufgestellten Zehen ist die Belastung etwas "geringer" dafür sind andere Teile betroffen

Bei aufgestellten Zehen ist die Belastung etwas „geringer“ dafür sind andere Teile betroffen

Hat man in der direkten Verwandtschaft jemanden mit einem Hallux Valgus sollte man sich frühzeitig Gedanken darüber machen, wie man dieser Thematik am eigenen Fuß beim Klettern Herr wird. Denn sowohl die meisten Kletterschuhgeometrien als auch die Muskelarbeit der Zehen begünstigen eine Verschlimmerung des beginnenden Hallux Valgus. Sehr früh merkte ich, dass manche Kletterschuhe (wie z.Bsp. Anasazi VCS) meine Valgus Neigung verschlimmerten, manche Kletterschuhe (wie z.Bsp. Miura VS) nur leichte Probleme bereiteten und manche (wie z.Bsp. Scarpa Stix) eine wahre „Wohltat“ waren.

Was soll man also tun?

Ist es soweit dann ziehen alle Muskeln in die "falsche Richtung"

Ist es soweit dann ziehen alle Muskeln in die „falsche Richtung“

Erste Möglichkeit ist einfach: leichter Klettern oder Bouldern in Überhängen ODER Hangeln. Da die aufgezählten Lösungen in so einem Gebiet wie z.Bsp. Kochel zumindest im Bereich Seilklettern nicht befriedigend sind, habe ich versucht das Problem anders zu lösen. Eine weitere Möglichkeit ist der Versuch die Ursache zu beheben bzw. so stark wie es nur geht durch das Minimieren der negativen Einflussfaktoren in den Griff zu bekommen. Diese Variante verspricht langfristig die beste Perspektive, bringt uns jedoch unabdingbar zur Auseinandersetzung mit der Fußanatomie. Um sich nicht in Details zu verlieren versuche ich die Erklärungen zu der wichtigsten Kausalkette einfach zu gestalten.

Beide Gewölbe sind essenziell für Fußstatik

Beide Gewölbe sind essenziell für Fußstatik

Unser Fuß besitzt zwei Gewölbe, die für eine leistungsfähige Statik des gesamten Konstrukts verantwortlich sind. Das Längsgewölbe und das Quergewölbe. Fällt das Längsgewölbe im Laufe der Zeit zusammen, spricht man von einem Senkfuß. Passiert dasselbe mit dem Quergewölbe nennt das die Orthopädie den Spreizfuß. Beide Fehlstellungen sind eine Abweichung von der normalen Statik und beeinträchtigen negativ die Leistungsfähigkeit des Fußes. Der Körper ist zwar in der Lage die nun herrschende nicht optimale Statik mittels einer zusätzlichen Belastung anderer Strukturen auszugleichen. Doch mit ständig wachsenden Belastung werden auch diese „Notfall-Mechanismen“ irgendwann klein beigeben. Wenn das Längsgewölbe durch Abschwächung etc. zusammenfällt, ist das Quergewölbe durch die entstehende Überlastung nun auch dran mit dem Abflachen – ein Anfang vom Ende.

Aufrichten des Gewölbes beim Klettern durch Vorspannung und Downturn

Aufrichten des Gewölbes beim Klettern durch Vorspannung und Downturn

Das Längsgewölbe kann man mit einem gezielten Training wieder aufrichten, beim Quergewölbe ist es jedoch nicht so einfach. Das ist echt schade, denn ein Spreizfuß ist der Beginn eines Hallux Valgus. Ist das Quergewölbe abgesunken, gewinnen die Grundgelenke der Zehen und die Fußknochen in diesem Bereich an Abstand zu einander. Der große Zeh kommt zu Beginn in eine leichte Außenrotationsstellung, dadurch verändert sich die Zugwirkung der Zehen Beuger Muskulatur und auch der Zeh-Abspreiz-Muskel (Abduktor Hallucis) zieht zunehmend den großen Zeh in Richtung Fußmitte. Es gibt also nur eine Lösung – das Quergwölbe muss wieder gestützt und zumindest beim Klettern durch den Kletterschuh aufgerichtet werden. Auch mit einem flexiblem Tape (K-Tape/Sport-Tape usw.) kann man das Quergewölbe bei der Belastung etwas (unter)stützen.

Was gilt es bei Kletterschuhen und Hallux Valgus Problematik zu beachten?

Betrachtet man unsere Analyseergebnisse so ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

Ein leichter Hallux Valgus wird durch die ungünstige Belastung mittels Kletterschuh verschlimmert

Ein leichter Hallux Valgus wird durch die ungünstige Belastung mittels Kletterschuh verschlimmert

  • Flache Kletterschuhe (ohne Downturn), welche die Zehen aufstellen begünstigen weiteres Abflachen des Quergewölbes.
  • Flache Kletterschuhe (ohne Downturn), welche die Zehen nicht aufstellen sind genau so ungünstig, da die Belastung auf ein gestreckten Zeh durch den größeren Hebel höher ist.
  • Downturn ist nicht gleich Gewölbestütze! Eine nach unten gebogene Sohle ist zwar besser als Nichts, doch einen Effekt haben nur konkave Sohlenkonstruktionen wie P3 von La Sportiva, Love Bump von Evolv und  TPS von Scarpa (diese hat weitere unterstützende Zwischensohlenelemente).
  • Downturn Modelle mit o.b. konkaven Sohlen können wegen eines Valguslastigen Schnittes trotzdem Probleme machen. Je größer die Wölbung der Sohle desto mehr wird die Valgusstellung toleriert.
  • Ideal sind somit Downturn Modelle mit Unterstützung des Quergewölbes und einem geraden Zehenschnitt in Verbindung mit einem leicht bis mäßig aufstellenden Zehenboxprofil. Der Grad des Aufstellens kann über die Größe variabel angepasst werden.

Welche Kletterschuhe sind nun gesund?

Keine. Alle Kletterschuhe haben nichts mit Fußgesundheit zu tun. Es sind Sportgeräte und deshalb sind sie so wie sie sind: hauteng und nach vorne hin spitz. Doch wie eben bereits besprochen gibt es welche, die sich bei Hallux Valgus Problematik mehr anbieten als andere. Einige Beispiele aus meiner begrenzten Erfahrung bei der minimalen Valgus Neigung meines Fußes. Diese Empfehlung kann natürlich je nach Fußform und Größe variieren!

Das Optimum:

Scarpa Stix, Scarpa BoosterScarpa Mago, La Sportiva Solution, La Sportiva Testarossa, La Sportiva Miura VS, Evolv Shaman …

Erträglich:

Scarpa Feroce, Scarpa Boostic, Scarpa Instinct (S), Scarpa Vapor (S/V), La Sportiva Katana Laces, La Sportiva TC Pro, La Sportiva Speedster, La Sportiva Python (wenn max. eng), Evolv Geshido SC, Five Ten Team, Five Ten Dragon, Five Ten Moccasym, Five Ten Arrowhead/Quantum/Hornet, Boreal Kintaro/Lynx …

Ungünstig:

Five Ten Anasazi Blanco/Verde/VCS, Five Ten Galileo, Boreal Blade, La Sportiva Katana (wegen fehlendem P3), Evolv Pontas Lace …

! WICHTIG !

Dieser Artikel ist kein Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie. Alle Angaben beruhen auf den anatomischen Zusammenhängen, Analysen von Schuhgeometrien und eigenen (gemachten) Erfahrungen. Die These: konkave Downturn Sohle bei Kletterschuhen zusammen mit dem geraden Profil der großen Zeh wirken dem Hallux Valgus entgegen, ist und bleibt bis zu weiteren Untersuchungen eine These.

Alle Leserinnen und Leser sind herzlich eingeladen sich an der Diskussion zu beteiligen und ihre Erfahrungen kund zu tun.

Eine kleine Umfrage soll der erste Versuch sein, ein Paar Daten zu diesem Thema zu sammeln. Ich freue mich über rege Beteiligung!

36 Antworten zu Fußprobleme und Klettern

  1. Seb schreibt:

    Hi, der Artikel hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich bin zwar noch Klettereinsteiger, allerdings möchte/muss ich mir durchaus gute Schuhe kaufen weil ich schon seit einigen Jahren am linken Fuß einen Hallux rigidus habe und auch schon ein mal operiert wurde. Vielleicht würde mir der ein oder andere davon abraten überhaupt mit dem Klettern anzufangen, aber mit meinen 28 Jahren bin ich noch durchaus aktiv (Tennis, Marathon, Golf) und das wäre ja auch keine Lösung auf Sport zu verzichten 😉 Also muss ein guter Schuh her.

    Ich hatte mir erst den Boreal Spider bestellt. Da ich mich nicht so gut auskannte bin ich nach Bewertungen, Preis und Optik gegangen was sich definitiv als Fehler herausgestellt hat. Innen lief eine Naht der Lasche genau über den Hallux wo dann die Schnürsenkel noch von oben drauf drückten. Das tat alleine schon ziemlich weh und wenn ich dann versucht habe auf Zehenspitzen zu stehen war es fast unerträglich. Zwar ein klasse Schuh und super toll verarbeitet, aber leider nix für mich. Dann bin ich hier auf deine Seite gestoßen und hab mich doch etwas intensiver mit der „Wissenschaft“ 😉 Kletterschuh beschäftigt. Ich würde zum Artikel noch anmerken, dass man sich mit dem Problem „Hallux rigides/Hallux valgus“ eher für die Velcro- oder Slipper-Variante entscheiden sollte. Auch bei Straßenschuhen stelle ich häufig fest, dass die Nähte und vor allem die tief auslaufenden Laschen sehr häufig drücken. Schuhe mit Klettverschluss und Slipper sind meiner Meinung nach was das angeht etwas freundlicher konzipiert.

    Bestellt habe ich mir nun folgende Modelle:

    – Rock Pillar Rebel QC 89,95 €
    – Scarpa Booster 119,95 € (der Preis von 75-100 € aus deinem Test war weit und breit nicht zu finden)
    – La Sportiva Solution 134,95 €

    Die Rechnung „teuer = gut“ kann man natürlich nicht so ganz verallgemeinern und ich will mich da auch nicht zu sehr von leiten lassen. Es wird trotzdem sehr interessant zu sehen wie sich die Schuhe aus unterschiedlichen Preiskategorien für meine Bedürfnisse unterscheiden werden. An den Solution hab ich natürlich die höchsten Erwartungen, mal sehen ob er sie erfüllen kann 😉

    Ich gebe gerne Bescheid für welchen Schuh ich mich letztendlich entschieden habe!

    • kletterschuhtest schreibt:

      Grüß dich Seb,
      für mich zur Verständigung: ist dein linker großer Zeh nun versteift nach der OP oder ist noch eine Beweglichkeit möglich?
      Ich will dir nicht vom Klettern (Marathon ist ja auch krass mit dem Problem) abraten, aber wenn du einen Kletterschuh für deinen akuten Problem suchst, dann kommst am schnellsten in einem Laden mit einer Riesenauswahl zu einem Ergebnis. Online könnte es dauern… Wenn selbst die Nähte im Schuh schon Probleme verursachen, wird es aus meiner Sicht schwierig, da alle Kletterschuhe diese Nähte haben, dann kommt für dich noch die Größenproblematik dazu. Wie gesagt lass dich nicht entmutigen und sag bescheid welcher von den dreien noch am besten und in welcher Gr. gepasst hat, dann mache ich mir mal Gedanken, was für dich evtl. noch in Frage kommt.
      Hmm…Du wirst eine steife Sohle brauchen. Die Frage für mich ist auch ob dein Zeh gebeugt(aufgestellt) werden kann oder nicht.
      Naja sehen wir dann.
      Viel Erfolg
      Schorsch

    • kletterschuhtest schreibt:

      Tessin … Da denke ich sofort an die geilen Boulderblöcke in der Schweiz… Ith… da denke ich an viele abgeschmierte und männlich gesicherte alte Touren…
      OK zur Sache! Jetzt bin ich bei dir. Alles verstanden. Sehr interessant. Du bestätigst quasi meine Beobachtung, dass ein aufgestellter und ordentlich unterstützter Zeh weniger Probleme bereitet als ein gestreckter.
      Gut. Du brauchst etwas sehr geschmeidiges im Bereich Zehengrundgelenk. Sofort fallen mir drei Schuhe ein (abgesehen von Booster): Vapor S (Leder, stellt den großen gut auf ohne weh zu tun und ist nach ein zwei mal wie ein Hausschuh – sehr geschmeidig – mein pers. Favorit im Komfortbeeich. Zudem erschwinglich und für dich eine absolut ausreichende Performance!) Vapor V ist sportlicher und komprimiert durch das Lorica die Zehen schon doller (Frage der Größe) ist etwas steifer als S und etwas teuerer. Boostic ist sehr teuer aber sehr sehr geschmeidig. Drängt den großen Zeh aber nicht so stark zurück, wo evtl. ein Problem liegen könnte.
      Solution könnte gehen, ist die Frage wie du valgus Stellung tolerierst. Boostic könnte dank Lorica auch gut auf die Problemstelle ballern. Schauen wir mal.
      Evtl. noch Five Ten Moccasym – der ist zwar weicher als Vapor S aber auch sehr geschmeidig und wie eine Socke.
      Drück dir die Daumen

      • Seb schreibt:

        Hallo Schorsch,

        die Schuhe sind inzwischen alle da. Gestern kam der Rock Pillar Rebel QC der mir auf Anhieb sehr gut gefallen hat. Im ersten Moment war ich zwar erst erschrocken weil er selbst in Gr 42 SEHR eng war, aber nach ein paar mal an und ausziehen fühlt er sich sehr natürlich an. Sehr gut gefällt mir die entgegen gesetzten Klettverschlüsse und die Passform. Die Sohle im Vorfuß ist auch schön hart so wie ich mir das gewünscht habe. Die Hacke ist allerdings etwas merkwürdig und kommt mir irgendwie vom Material sehr glatt vor wenn ich die Hacke mit der des Boosters und Solution vergleiche.

        Der Scarpa Booster ist leider raus weil er in 41,5 tatsächlich zu klein ist. Ich komm zwar grade so rein, aber er ist definitiv zu eng. in 42 – 42,5 hätte ich ihn vermutlich genommen weil der Schuh wirklich spitze verarbeitet ist und sehr robust wirkt!

        Zum La Sportiva Solution braucht man ja nicht viel zu sagen. der Schuh ist absolut fantastisch. Ich hab ihn in Gr 40 und ich komme definitiv besser rein als in den Scarpa Booster und er sitzt auch ganz gut. Allerdings würde ich mich eine halbe Größe größer um einiges wohler fühlen weil er in 40 doch recht eng ist.

        Vielleicht kannst du mir da jetzt noch etwas weiterhelfen. Da der Booster zu klein ist und ich keine Lust habe die Schuhe noch mal umzutauschen weil ich den Boreal Spider schon 2 mal wieder weg geschickt habe und ich so langsam meine eigenen Kletterschuhe haben will, muss ich mich jetzt zwischen dem Rebel QC und dem Solution entscheiden.

        Der Rebel QC sitzt klasse obwohl er auch SEHR eng ist (in 41,5 bin ich nicht rein gekommen, 42 passt aber) und ist zudem mit 89€ der günstigste der drei Schuhe. Der Solution sitzt auch ganz gut, ist ohne Frage von der Verarbeitung der bessere Schuh, allerdings sitzt er noch etwas enger (fast zu eng) als der Rebel QC und ist mit 135€ um einiges teurer. Ich bin ja noch Anfänger und klettere im Moment eine 5+/6- und aktuell nur in der Halle.

        Da stellt sich mir die Frage, so toll der Solution auch ist, ob ich ihn auch wirklich in seinem Umfang ausnutzen kann und ob ich sich die Qualitätsmerkmale auf meinem aktuellen Niveau bemerkbar machen? Und wie weit wird sich der Solution noch weiten? Eine halbe bis eine Größe größer, dann würde er nämlich absolut perfekt sitzen und ich er würde vermutlich besser sitzen als der Rebel QC.

        Wenn ich jetzt davon ausgehe, bei regelmäßigem Klettern, dass der Schuh so 1 -1,5 Jahre hält und der Solution ja auch recht teuer ist, dann würde ich schon eher zum Rebel QC tendieren weil ich mich sehr wohl mit dem Schuh fühle und er günstiger ist. Den Booster oder Solution könnte ich mir auch in 1-2 Jahren gönnen und dann weiss ich auch genau welche Größe ich bestellen muss 😉

        Abschließend will ich noch sagen, dass mein Hallux rigidus in keinem der 3 Schuhe auch nur im geringsten weh tat. Es war zwar erst komisch, dass die Zehen so aufgestellt sind wodurch man im ersten Moment das Gefühl hat die Schuhe passen nicht im geringsten, aber wenn man sie ne Weile an hat ist die aufgestellte Position eine Wohltat für den Zeh. Zehenspitzenstand geht problemlos, keine drückenden Nähte, absolut super. Bei allen drei Modellen. Für meinen Hallux rigidus ist also wichtig: Velcro/Slipper und gut aufgestellte Zehen.

        Ich werd jetzt das Wochenende noch mal überlegen für welchen Schuh ich mich entscheide, über einen kleinen Tipp deinerseits ob ich auf meinem Niveau überhaupt vom Solution profitiere und wie viel er sich noch weitet wäre ich sehr dankbar 😉 Und entschuldige, dass der Kommentar jetzt doch so lang geworden ist. Tausend Dank! Du hast mir mit der Seite und deinen Kommentaren sehr weiter geholfen!!

      • kletterschuhtest schreibt:

        Grüß dich,
        ich halte mich kurz: nimm den Rock Pillars Kletterschuh – der passt sich auch noch an. Wenn Solution nicht bequemer bringt er dir im 6ten Grad keine Punkte. Spar dir dein Geld.
        Hau rein, bleib fit!

        Grüße

        Schorsch

  2. Seb schreibt:

    Hi Schorsch,

    Ja, grundsätzlich hast du recht. Eigentlich wollte ich auch in ein Geschäft gehen, allerdings liegt da so ein bisschen das Problem. Ich studiere in Rostock und wen wundert es? Hier gibt es aus irgendeinem Grund eher Wassersportartikel. Ein paar wenige Geschäfte bieten inzwischen Klettersachen an, aber wenn dann nur Gurte, Karabiner, Schlingen, etc., aber auf alle Fälle keine Schuhe. Wir haben hier in der Nähe (Tessin) eben eine Halle (knapp 14m Wand) in der ich im Moment immer klettern gehe bis ich mich im Sommer in der Heimat (Weserbergland) vielleicht mal nach Draussen wage.

    Nun noch mal zum eigentlichen Thema: Ich wurde vor knapp 4 Jahren operiert wobei meine Arthrose damals noch nicht sehr fortgeschritten war und hauptsächlich die Gelenkstellung korrigiert wurde und der Operateur während der OP ein Ganglion entdeckt und entfernt hat welches die eigentlichen Schmerzen und Probleme verursacht hat. Versteift wurde das Gelenk nicht! Leider hat sich dieses Ganglion mit der Zeit wieder neu gebildet so dass der Huckel des Hallux rigidus auch wieder stärker ausgeprägt ist. Hier wird vermutlich die Problematik etwas klarer warum Nähte und Schnürsenkel besonders schmerzen weil diese Zyste (Ganglion) dabei punktuell mit relativ geringer Fläche des Schnürsenkels stark komprimiert wird. Die Naht beim Boreal Spider ging auch eigentlich, aber dadurch dass dann die Schnürung noch von oben drauf drückte tat es einfach höllisch weh. Beim Sport kann ich den Fuß ansonsten „nahezu“ uneingeschränkt benutzen. Beim Berlinmarathon letzten Herbst tat mir alles weh außer mein Zeh 😉 Aktuell klettere ich immer noch mit Leihschuhen die ich auch sehr eng trage in denen meine Zehen leicht aufgerichtet sind. Da kann ich auch relativ kleine Tritte mit den Zehenspitzen stehen, abgesehen davon dass die Leihschuhe teilweise aufgrund hoher Abnutzung und Verschleiss schon sämtlichen Gripp verloren haben…… Aufrichten der Zehen ist kein großes Problem und die Beweglichkeit ist für einen Hallux rigidus überraschend gut. Das was nicht geht ist eine Hyperextension im Großzehengrundgelenk bei ansonsten gestrecktem Mittelgelenk des Hallux. Wenn das Mittelgelenk des Großzehs im Schuh also gebeugt ist, dann kann ich auch durchaus den Zeh belasten ohne das es richtig weh tut weil sich der Zeh im Grundgelenk nicht so doll überstrecken lässt.

    Ich habe mir die Schuhe jetzt folgendermaßen bestellt:

    – La Sportiva Solution in Gr. 40 bei Straßenschuhgröße 42 – 42,5
    – Scarpa Booster in 41,5
    – Rock Pillar Rebel QC in 42, 41,5 und 41

    Den Solution und Booster habe ich bei den Bergfreunden bestellt und den Rebel QC bei outdoorclimbing_de. Bei beiden funktioniert die Rückgabe ja absolut problemlos wobei ich hier outdoorclimbing_de besonders loben will weil sie mir gestern unmittelbar nach Bestellung eine email geschrieben haben ob sie mir den Schuh kostenlos zum anprobieren in 2 weiteren Größen schicken sollen. Verschickt wurde sogar trotz Überweisung sofort. So muss das sein 🙂 Ich erwarte die Lieferungen morgen, bzw. übermorgen von den Bergfreunden.

    Ich hoffe du bist halbwegs durchgestiegen durch den Wirrwarr den ich geschrieben hab 😉 Ich schreib am Wochenende wie die Schuhe saßen und für welchen und ob ich mich entschieden habe.

  3. Chumani schreibt:

    Hallöchen!

    Ich klettere seit 3 Monaten und habe in Straßenschuhen 42.
    Toller Artikel, aber jetzt bin ich noch verzweifelter.
    Habe gerade…
    -La Sportiva Mythos Damen und Herren (selbst bei 40,5 keine aufgestellten Zehen, aber recht bequem)
    -Boreal Joker (tolle Sohle wie ich finde, quetscht vorn aber ebbes)
    -Scarpa X Force Damen (Leder drückt auf die Zehengelenke und Ferse ist noch recht einschneidend)
    …zuhause zum testen. Bequem sind die, aber die haben eben keine Vorspannung.

    Mein eigener Kletterschuh von LACD Splash ist nach Bequemlichkeit gekauft und nun viel zu groß.
    Der dreht sich am Fuß und am Fels fehlt der Grip und ich rutsch mit der Sohle weg. Billig und bequem am Anfang ist auch nicht der Richtige Tipp. Ich hätte gerne was mit fein Grip am Fels.
    Ich habe seit meiner Jugend nen ordentlichen Halux beidseits… Senk,- Spreiz und Plattfuß deluxe. Dazu bin ich noch eine Frau mit langen Zehen und habe mit den Fersen so meine Probleme.
    Aber… ich will klettern! Mein Rücken versaut mir schon immer andere Sportarten und ich hab die Nase voll.
    Hast du noch Tipps? Haben auch keinen größeren Shop in der Umgebung.
    Ich hatte die Scarpa Vapor Men an und den fand ich vorne supi, aber in der Ferse recht locker.
    Auch der Miura Men war bequem, aber in der Ferse das gleiche. Im Endeffekt hooke ich ja noch nicht. Beide waren allerdings von einem Bekannten schon „gemütlich“ getragen.
    Ich weiß grad nimmer wie ichs richtig mach.

    Grüßle Chumani

    • kletterschuhtest schreibt:

      Hallo, Schau dir mal den Rock Pillar Ozone QC an. Für lange Zehen perfekt. Die Ferse ist schmal, super für den Fels und dürfte auch deine Hallux valgus gut unterstützen. Letzten Endes ist die Frage ob du in Mythos Probleme (Schmerzen am Zehengrundglenk) hast oder nicht? Ich denke Ozone wäre tatsächlich was für dich.
      VG

  4. Hanna schreibt:

    Vielen Dank für diesen ausführlichen und guten Bericht!
    Ich kletterte eine Saison mit dem „Scarpa Vapor V“ und bekam von diesem Schuh meinen linksseitigen Hallux Valgus. Der Schuh passte meinem langen, schmalen Fuß recht gut, doch irgendwann waren die Schmerzen unerträglich. Bin dann auf La Sportiva Mythos umgestiegen, weil ich dachte, der Hallux wäre aufgrund der Enge des Schuhs entstanden. Aber im Gegenteil:Es verschlimmerte sich. Jetzt habe ich seit ein paar Tagen den hier empfohlenen „Scarpa Boostic“ und bin sehr zufrieden, was den Zehenkomfort angeht. Leider füllt meine schmale Verse den Schuh nicht annähernd, was Hooken quasi ungmölich macht. Er ist trotz der Vorspannung sehr bequem und bietet das Wichtigste für meinen Fuß: Stabilität und keine Schmerzen im Zehengrundgelenk.
    Damit noch mal Danke, für den guten Artikel hier, und meine persönliche Weiterempfehlung des Kletterschuhs „Scarpa Boostic“! 🙂
    Liebe Grüße!

  5. Frank schreibt:

    Hi,
    ich leide auch unter Arthrose/Rigidus im rechten grossen Zeh und musste mir in den normalen Strassenschuhen ueberall Versteifungen einziehen lassen, damit der Gelenk beim Abrollen nicht knickt.
    Darum meine Frage: ist es bei Rigidus-Problemen grundsaetzlich besser, eine moeglichst harte Sohle zu nehmen, wenn man auf kleine Leisten sicher stehen will? Damit der Zeh eben dabei nicht nach oben durchgebogen werden kann? Reibungsklettern geht natuerlich nicht so gut damit, klar, aber das waere fuer meinen Zeh eh nicht so super, weil er da ja extrem nach oben wegknickt und das ja gerade weh tut.

    Ich hab bisher in Muenchen bei Schuster, Rumrich und Scheck nur ein Paar gefunden, dass bei meinen breiten Fuessen (links roemisch, rechts sogar minimal griechisch) nicht nach ein paar Minuten blaeuliche Druckstellen auf den aufgestellten Zehgelenken verursacht (z.B. durch Naht, selbes Problem wie bei Seb), und das ist der Lowa Falco. Super bequem, selbst in „zu klein“ noch, aber die Sohle ist nur mittelhart, so dass ich auf kleinen Tritten, wie sie in der Halle bei 7- schon vorkommen, nicht „von alleine“ stehen kann, sondern die Zehen stark anspannen muss. Und da hab ich nun Bedenken, ob ich das stabil genug halten kann oder dann nicht doch in eine Art Reibungstritt mit hochknickendem Zeh uebergehe.
    Bei den Bergschuhen hab ich genau das gemacht, Kat D mit absolut steifer Sohle und super Abrollverhalten, aber mit denen kann ich nicht so gut an die Wand gehen 😉

    cu,
    Frank

  6. Tony schreibt:

    Hallo

    Erstmal vielen Dank für diese Seite – ich bin offensichtlich nicht allein…

    Habe am rechten Fuss auch einen Halux Valgus. Dieser bereitet mir Schmerzen wenn ich den grossen Zeh belaste mit meinem Körpergewicht und mich nach oben strecke.
    Ich muss die Füsse nach links bzw. rechts abneigen, damit ich das Gewicht auf die Fussballen statt Zehen verteilen kann. An kleine Tritte ist somit (derzeit) nicht zu denken, es sei denn ich kann die Schmerzen lindern mit einem neuen Schuh?

    Bevor ich mich aber nach neuen Schuhen umsehen wollte ich fragen ob jemand mit Zehenspreizer Erfahrung hat? Helfen die gegen Halux Valgus Schmerzen in Kletterschuhen oder sind die überhaupt nicht zu empfehlen in Kletterschuhen? Ich könnte mir vorstellen dass die Wirkung verpufft sobald der grosse Zeh belastet wird…?

    Vielen Dank euch!

    • kletterschuhtest schreibt:

      Hi
      Ich habe soetwas ähnliches wie den von dir beschriebenen Zehenspreizer versucht. Hat nicht wirklich was gebracht aus folgenden Gründen:
      1. Du brauchst Platz im Schuh, heisst grössere Schuhe -> weniger Performance
      2. (entscheidend) egal wie gross der Kletterschuh ist, der Druck auf den Zeh wird durch das höhere Volumen grösser -> mehr Schmerzen (andere)

      Es sei betont., das ich keinen Richtigen hV habe sondern eeher eine Tendenz. In meinem Fall war die im Artikel beschriebene Lösung die beste!
      VG

    • maSu schreibt:

      Zehenspreizer helfen bei Hallux Valgus Grad 1. Das ist eine Neigung des Zehs bis zu maximal 20° oder 30°. Danach sind Zehenspreizer nicht verkehrt, aber es ist meist nicht mehr möglich, den Zeh wieder vollständig zu korrigieren.
      In Kletterschuhen machen Spreizer keinen Sinn. Die Starren Plastikvarianten sind hier unmöglich zu tragen. Die weichen Silikonspreizer werden vom einfach viel festeren Schuh gnadenlos zusammengepresst und stören dann eher die Blutzirkulation als auch die Nerven.

      Mein Rat:
      Zehengymnasik vor und nach dem Klettern, mit den Fingern zwischen die Zehen greifen und so weiter. Und dann Zehenspreizer tragen, wann immer es geht. Dann wird es zumindest nicht schlimmer oder nicht so schnell schlimmer.
      Ich kann hier von Verwandten die Silikonvarianten weiterempfehlen: Die kann man angeblich 24/7 tragen ohne sie zu bemerken (nach kurzer Gewöhnung). Aber: Die weichen Silikonspreizer sind natürlich weicher und damit weniger effektiv, weil sie durch einen schiefen Zeh auch zusammengedrückt werden können, während die Plastikschiene starrer ist (aber auch schnell zu Druckschmerzen führt).
      Die Plastikschienen sind eher was für die Nacht, sollen aber eher unangenehm sein.

      Fazit: Beides testen, gibt beides für sehr kleines Geld (Silikonspreizer schon für unter Unter 3€!) im Internet.

  7. maSu schreibt:

    Wäre es nicht einfacher, die Kletterschuhe nicht dauernd zu tragen, sondern nur dann, wenn man auch wirklich klettert (oder nur kleinere Pausen macht, also sehr bald wieder klettert, sodass sich das Ausziehen nicht lohnt)?

    Während man die Schuhe nicht trägt: Barfuß laufen oder in Badelatschen, die durchaus groß sein dürfen.

    Nach dem Klettern (und Duschen) Zehengymnastik. Ich greife zB mit meinen Fingern zwischen meinen Zehen, sodass je ein Finger meiner Hand (bis auf den Daumen) in je einem Zwischenraum zwischen den Zehen steckt. Das drückt die Zehen auseinander. Dann kann man die Hand (während sie zwischen den Zehen steckt – die dicksten Fingerglieder zwischen den Zehen, sodass man weder weiter zwischen die Zehen (mit den Fingern) noch weiter zwischen die Finger (mit den Zehen) kommen kann) zur Faust ballen und biegt die Zehen so nach unten. Jetzt kann man mit den Zehen immer entgegengesetzt zur Hand arbeiten und immer die Hand öffnen und schließen. Dies macht man mit beiden Füßen und dann etwas Zehengymnastik: Großen Zeh und die übrigen Zehen entgegengesetzt auf und ab bewegen, dann zusammen, dann spreizen (ja das kann man lernen/üben), also mit bloßer Muskelkraft der Fußmuskulatur dafür sorgen, dass keine Zehenspitze mehr andere Zehenspitzen berührt. Alle Zehen wie eine Faust zusammendrücken/pressen (aus eigener Kraft der Füße).

    Das ganze dauert ~5 Minuten je Fuß. Nach dem Klettern dehnen die Leute ihre Hände über viele Minuten in allen möglichen Variationen… nur mit den Füßen machen sie nichts… das ist fatal.

    Ansonsten: Im Alltag viel Barfuß/in Socken laufen und eher breite und bequeme Schuhe tragen.

    Übrigens:
    Auch eine „beliebte Fußdeformation“ bei Menschen, die gerne klettern:
    Haglund Exostose.

    Seit meiner Fußprobleme (Achillessehnenentzüdung durch(?) Haglund Exostose, eingeklemmter Nerv und damit taube Fersen bzw seitiliche Bereiche des Fußes) beim Klettern achte ich nun nicht nur auf meine Füße und Schuhe, sondern auch auf die Füße meiner Mitmenschen in der Kletterhalle und ich sehe dort unglaublich viele Menschen mit diversen Fußdeformationen. Beängstigend, denn: Ich kenne ältere Menschen, deren Fußdeformationen immer schlimmer wurden und werden. Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen!

  8. Antje schreibt:

    Hallo zusamenn, vielen Danke für deine Darstellung der Thematik Hallux in Verbindung mit Kletterschuhen. Mir hat deine Empfehlung enorm weitergeholfen. Ich habe vom La Sportiva Katana auf den La Sportia Solution gewechselt und verspürte eine Besserung um 80%. AufGrund weiterer Recherche bin ich heute zu 98% Beschwerdefrei.
    Mein Arzt hatte mir vom klettern abgeraten und Einlagen verschrieben, jedoch brachten die nur anfänglich Besserung, später hatte ich mit Einlagen mehr Schmerzen als ohne. Da ich als Frau Schuhgröße 42/43 habe und eigentlich schon immer zu enge Schuhe hatte (auch wenn sie sich bequem anfühlten), hatte mein Großzeh nie die Chance in seiner korrekten Position zu halten. Dann kam ich auf Zehenschuhe. Rein logisch sollte mehr Belastung den Hallux Valgus verschlimmern, doch weit gefehlt. Es besserte sich bei mir zunehmend, bis ich gar keine Schmerzen mehr hatte. Mittlerweile habe ich meinen Schuhpark komplett auf Barfussschuhe umgestellt und versprüre nur ab und zu nach sehr häufigem Klettern und kleinsten Tritten ein unangenehmes Zehengefühl. Einlagen nutze ich gar nicht mehr.

    • kletterschuhtest schreibt:

      Servus,
      Freut mich dass ich wie auch immer helfen konnte!
      Ich danke dir für das Teilen deiner Erfahrungen – hilft sicher anderen !
      Ich werde mich nach barfussschuhen umsehen… 😉

  9. Michael schreibt:

    Hi,
    habe selbes Problem mit der Großzehe am rechten Fuß. Mein rechter Fuß ist ca 5mm länger/größer als mein linker Fuß. Da ist es echt schwer den richtigen Schuh zu finden. Das Problem trat bei mir im frühen Sommer 2015 auf. Hab das erst fast nicht wahr genommen, wurde dann aber bei Belastung immer schlimmer. Selbst bei Wanderschuhen kombiniert mit Einlagen traten Probleme auf (Die Einlagen waren nicht schlecht, nur reichte der Platz im Schuh nicht für den Zehn aus). Das interessante ist, dass ich einen P3-Schuh von La Sportiva habe – Miura VS. Ich habe jetzt lediglich angefangen zu recherchieren, welcher Schuh besser zu meiner Passform passt. Und der zweite Gedanke war, dass ich auf Schnürer umsteige.
    Beim Durchlesen des Inhalts hier und der Beschreibung der Fußanatomie (ich hatte schon vor dem Klettern einen Senk-/Spreizfuß) kann ich aber folgende Feststellung machen:
    Ich lasse meine Schuhe immer besohlen. Das bedeutet allerdings, dass meine einen Großteil an ursprünglicher Form weg ist. Schon bei der Erstabnutzung leiert so ein Schuh ordentlich aus, dann einmal neu besohlt verbleibt der Schuh allerbestens in der ausgeleierten Form und die Form wird noch schlechter (liegt auch immer etwas am Schuhster).
    Meine Fußprobleme fingen erst an, als ich im Sommer 2015 zetweise sehr viel kleintrittige Routen geklettert bin, und das mit außschließlich neubesohlten sehr engen Schuhen.
    Ich mache jetzt folgendes: Ich suche mir jetzt einen P3-Schuh mit einer besseren Passform und versuche damit erneut mein Glück. Sobald der Schuh ausgelatscht ist, werde ich rechtzeitig neue Schuhe nehmen.
    Meine Erfahrungen werde ich dann hier teilen….
    P.S. die Zehenschuhe werde ich auch mal versuchen. Hab das schon öfter überlegt.

  10. Tolm schreibt:

    Hallo,
    erst mal großes Lob für die Seite hier – schön so viele Informationen und Erfahrungen zum Thema gesammelt vorzufinden.
    Ich möchte neue Schuhe kaufen und würde mich freuen dazu noch eine Meinung zu hören.
    Zuletzt bin ich hauptsächlich mit Miura VS geklettert, vorher u.a. auch Scarpa Vapor V und Boreal Krypto, welche ich auch noch in Nutzung habe, der Krypto is allerdings auf der sehr großen Seite. Prinzipiell würde ich als nächstes gerne Schnürer kaufen (kein Muss), aber hauptsächlich Schuhe die mir einen soliden Kompromiss aus Leistung und Komfort bieten können. Einsatzgebiet wären steile Routen, kleine Tritte, hauptsächlich Kalk, aber relativ wenig Überhang und so gut wie kein Bouldern. Die Motivation hinter der Sache ist, dass ich feststellen musste, dass ich vom Miura VS am großen Onkel (beide Füße) bereits ein merkliches Hühnerauge bekommen habe. Habe einen germanischen Fuß, Zehen sind ägyptisch, allerdings ist der große Onkel nicht wahnsinnig dominant und meine Füße sind auch nicht sonderlich schmal; den Miura VS habe ich zur Zeit in 40,5 (eng, am Anfang sehr eng). Eine Neigung zu Hallux Valgus meine ich nicht zu haben, möchte aber gerne vorsorgen und keinen Schuh kaufen der die Problematik erzeugen/verschlimmern kann, wie ja z.b. vom Five Ten Anasazi gesagt wird.

    Die Modelle Scarpa Mago und La Sportiva Testarossa finde ich nun interessant. Allerdings ist die Problematik bzgl. Hühnerauge damit wohl kaum anders als mit Miura. Macht es Sinn eines der genannten Modelle einfach nen Tick größer zu kaufen um damit immer noch gute Präzision, einen top Schuh aber weniger Druck auf die Zehen zu haben? Oder vielleicht ein Modell probieren das die Zehen weniger aufstellt – Boostic wäre doch so ein Kandidat (habe ich aber noch nie probiert)? Alternativ: welche Modelle ohne aufgestelltem Zeh aber immer noch sehr hoher Präzision (im Nicht-Überhang) könnte ich probieren?
    Nun, es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, mich würde einfach ne spontane Meinung/Empfehlung, auch in Hinsicht auf das genannte Einsatzgebiet, interessieren 🙂
    Vielen Dank und Schöne Grüße!

    • kletterschuhtest schreibt:

      Servus, danke für dein Feedback.
      Versuche den Boostic, Vapor Lace, u evtl noch Tenaya Iati und Tarifa.
      Alternativ wäre ein bequem gewählter Katana Lace ne Option.
      Testarossa u Mago größer kaufen ist keine so gute Sache.
      VG

      • Tolm schreibt:

        Danke für die Antwort und die Vorschläge. Den Vapor Lace kann man zur Zeit anscheinend nicht mehr kriegen, nur in manchem Shop einzelne Restposten – schade. Habe nun zum Probieren aktuell den Katana Lace hier, den Boostic und auch noch den Tenaya Tatanka… Beim Boostic finde ich spontan das Reinkommen sehr unangenehm (geht das allen so?), einmal drin ist es okay, aber spontan spricht er mich nicht besonders an. Der Tenaya ist natürlich ganz anders, kein/kaum Downturn – er wirkt sehr sensibel und passt mir auch gut. Wie es sich dann in der Praxis mit der Performance verhält ist allerdings schwer zu sagen – bin zuletzt ja schon einen Schuh gewohnt der die Zehen mehr stützt, nach deiner Hypothese bzgl. Vermeidung von Hallux Problemen wäre er also nicht optimal. Meinst du wäre es hier lohnend mal was ‚anderes‘ zu probieren, also dem Tatanka ne Chance geben?

        Der Katana schließlich passt ziemlich gut (41, mein sehr enger Miura VS ist 40,5), er ist spontan angenehm. Die sehr spitzige Spitze finde ich aber ungewohnt… Hast du den Lace viel geklettert? Wenn ja, wie würdest du ihn beurteilen für Kalk, auch mit Löchern (wobei ich für kurze Routen ja auch den Miura noch nehmen kann) und kaum Überhang? Manche preisen ihn ja als ziemliche Allround-Waffe…

        Viele Grüße!

      • kletterschuhtest schreibt:

        Tach
        Vapor Lace sollte als neues Model in Läden spätestens im Frühling erscheinen.
        Das was spontan passt und sich gut anfühlt ist meist das eichtige.
        Katana L fand ich in Arco Bombe! In Kochel u Franken kam ich mit ihm nicht so gut zurecht. Dort fehlte mir Sensibilität. Da ist Boostic defintiv besser.
        Vertraue deinem Bauchgefühl.😉

  11. Tanka Rhai schreibt:

    Grüß Dich!
    Vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich: 🙂
    Bin auf der Suche nach einem guten Boulder(- und evtl. auch Hallen)schuh und habe leider (!) das Problem, dass La Sportiva für mich grundsätzlich nicht in Frage kommt (habe sehr sehr schmale/flache Füße (allerdings keinen besonders langen großen Zeh), trage derzeit zum Bouldern den LaSp.Cobra und bekomme blaue Flecken am Zehennagel und Entzündungen/Blasen an den mittleren Zehen. Hatte bisher bei allen La Sportiva-Schuhen ähnliche Probleme).

    Zum Routenklettern trage ich hauptsächlich den Anasazi (der in rosa, Passform für mich super!), habe aber auch bei 5.10 kein Modell gefunden, das mir nach einem guten Kompromiss zwischen Boulder/(Toe)hook-Eigenschaften, Passform und Preis-Leistungsverhältnis aussah und so meinen Anasazi ergänzen könnte…

    Gibt es einen Schuh, den Du mir besonders empfehlen kannst? (So für den mäßig ambitionierten Bereich bei ca. 7A FB..)

    Wäre super wenn Du mir was raten könntest! viele Grüße und Danke!!!

  12. Ramon schreibt:

    Guten Tag,
    Leider habe ich auch an beiden Füssen den Hallux Valgus, zum Glück nicht extrem ausgeprägt und das sollte auch so bleiben.
    Darum möchte ich fragen ob du mir einen Schuh empfehlen kannst. Ich habe wohl am ehesten ägyptisch angeordnete Zehen wobei der zweite fast gleich gross ist wie der grosse Onkel.
    Meine Füsse sind auch leichte Plattfüsse, daher vorne auch eher breiter. Im den Geschäften in der Umgebung hat es leider nicht riesige Auswahl, darum bin ich auf ein bisschen Hilfe angewiesen bevor ich bestelle.

    Kannst du mir etwas empfehlen zum Bouldern und eher kurze Strecken? Darf gerne in Richtung Performance gehen :).

  13. Ramon schreibt:

    Hallo,
    Was haltest du vom La Sportiva Skwama oder Otaki für Füsse mit leichtem Hallux Valgus, eher breit und ägyptischen Zehen (wobei der 2. Zeh fast gleich gross ist wie der Grosse)?

    Bin hauptsächlich in der Halle am Bouldern.

    Danke und Grüsse

    • kletterschuhtest schreibt:

      Müssten beide passen. Zum Bouldern sind skwama sicher besser!
      VG

      • Ramon schreibt:

        Alles klar, Vielen Dank!
        Werde wohl die Skwama probieren da ich mehrheitlich bouldere. Denkst die sind aber auch zum ab und zu Vorstieg klettern brauchbar? Wird wahrscheinlich mehr Kraft im Fuss brauchen wegen der weichen Sohle, liege ich da richtig?

        Grüsse

      • kletterschuhtest schreibt:

        Ich denke du kommst mit Skwama auch beim Seilklettern zurecht!
        Die Kraft kommt von alleine mit der Zeit, wenn man nicht übertreibt.
        VG

  14. nika schreibt:

    Hallo,
    ich boulder seit ca. einem Jahr mit den Elliot Voyager. Ich habe Ansätze einer HV-Fehlstellung und nach 30 min Bouldern mäßige bis starke Schmerzen in den Großzehgrundgelenken. Ich bin nun dringend auf der Suche nach neuen Schuhen, aber blicke leider bei der Vielzahl der genannten Modelle nicht mehr ganz durch 🙂

    Hättest du eventuell ein paar Modellvorschläge?
    Meine Füße: Größe 41 / Frau / römische Fußform / breite Füße / wenig ausgebildete Gewölbe (Plattfüße) / eher kurze Zehen – und ich klettere Routen mit Schwierigkeit 5a-5c.

    Tausend Dank! 🙂
    PS: ein super Blog – weiter so!

  15. Angela schreibt:

    Hallo,

    Ich habe an beiden Füßen einen starken Hallux valgus und zusätzlich Senk-, Spreiz- und Plattfüße. Meine zweite Zehe ist deutlich länger als der große Zeh und generell sind meine Füße sehr schmal. Jetzt habe ich mir den Katana Lady bestellt, da ich mit meinen Pythons auf Dauer unglücklich war. Sind die Schuhe dann für mich überhaupt geeignet? Und sollte ich sie so klein kaufen, dass alle Zehen aufgestellt sind (2 Nummern kleiner) oder lieber bequem in meiner Straßenschuhgröße. Hatte evolv, five tens und scarpa an, gingen alle gar nicht.
    Danke!
    Grüße Angela

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