Montrail Method

Ein Low Quality Softie – Kletterschuhe Montrail Method

Kletterschuhe und Kletterkönnen Teil III

Nach Mammut kam wieder das Low-Quality Zeitalter mit dem unbekannten und heute nicht mehr existierenden Slipper Namens Method der Firma Montrail. Feuerrot, vorgespannt mit gummierter Ferse und Zehenbox sah das Ding nach dem 8ten Grad…mindestens. Der ware Grund für die Anschaffung war sein niedriger Preis von 40 EUR den ich zufällig bekam und somit zugreifen musste. Die Eigenentwickelte Sohle Namens „Griptonite“ und die durch Wärme in der Form anpassbare Ferse waren die Innovationen dieses Schuhs.

Auspacken – ab in den Backoffen,  dann anziehen, aushärten lassen fertig war der persönlich abgestimmter Schuh aus Amerika. Soweit so gut…

Ich beschloss (mangels Konkurrenz) diesen Treter zu meinem Alpinlatschen zu machen – es kam was kommen musste: Schmerzen.

Obwohl der Schuh bewusst etwas größer gekauft wurde schmerzte er und zwar an den Knöcheln der kleinen Zehen. Dies kam durch die Gummierung, die den Schuh sehr steif und unflexibel im Bereich der Zehenbox machte und führte soweit, dass meine ersten BLASEN an den Druck- und Reibungsstellen der kleinen Zehen bekam.

 Überzeugt von der Devise: „Wer schwer klettern will muss leiden“ nutzte ich den Method anstatt zum Bouldern zum Alpinklettern weiter und kam sogar 6er im Kaiser damit hoch. Der Vorteil des Slippers beim MSL Routen besteht darin, dass man am Stand zügig aus der Ferse schlüpfen kann. Somit verzögert man das Eintreten des absoluten Schmerzhöhepunktes bis zum erreichen des Gipfels. Da die Slipper im Allgemeinen im Mittelfußbereich eher schmal sind fliegt der Schuh beim rum stehen/hängen am Stand  nicht vom Fuß und man ist schneller als bei allen anderen Schuhen wieder kletterbereit.

Griptonite Gummi war deutlich besser als Das Zeug was beim Mammut verbaut wurde, stellte jedoch keine Revolution in der Entwicklung der Kletterschuhe dar. Das spiegelte sich in der Evolution meines Kletterkönnens wieder, denn das Gefühl „ich rutsche gleich von diesen Tritten ab“ begleitete mich die ganze Alpine Saison hindurch und sorgte regelmäßig für volle Hosen.

Als Boulderwaffe deklariert wurde der (ähnlich wie Cobra von La Sportiva) weiche Method durch den Alpineinsatz immer weicher und dehnte sich gehörig. Ein Traum gewordener Hauslatschen begleitete mich dann die ganze Wintersaison beim Bouldern am Plastik und brachte mich dazu weiche Kletterschuhe beim „plastizieren“ schätzen zu lernen.

Schnell merkte ich, dass man sich mit dem Method im Überhang und Dach unglaublich gut in die positiven Tritte „graben“ konnte und mit den Zehen leicht greifend sich festzuhalten vermochte. Ich bemerkte, dass mir das Gefühl dafür ob ich den Tritt habe oder nicht, mehr für das Klettern brachte als das Gefühl vermeintlich halt zu haben ohne zu wissen ob ich im nächsten Moment abrutsche oder nicht.

Eingeklettert gar nicht schlecht

Am Plastik saugen – ein Lerneffekt

Dieses Subjektives Empfinden vermittelte mir mehr ein Gefühl der Kontrolle und erlaubte mir deutlich „entspannteres“, „gelösteres“ Klettern, was zu Steigerung der Schwierigkeit führte. Im Prinzip lässt sich das so erklären:

Vorteile der weichen Schuhe

Gefühl hin oder her – die Fakten zählen.  Neben ihrer absolut schlechten und billigen Verarbeitung (der Schuh löste sich am Obermaterial förmlich auf) und dem schnell weniger werdenden Sohlengummi, sowie der reibenden und drückenden Gummiabdeckung der Zehenbox. Zeigte mir der Schuh zum einen das Slipper eindeutig eine Sau coole Erfindung sind, sich je nach Größe und Konstruktion super für MSL eignen UND durch die weiche Ausrichtung der Sohle eindeutig eine neue Dimension für mein Klettern im Überhang ermöglichen.

Was ich auch mitnahm war die bis dato neue Erfahrung der beim hackeln rausrutschenden Ferse. Hat man nicht konsequent und konzentriert auf dem Kontaktpunkt des Schuhs zum Tritt auf diesen gedrückt, so rutschte entweder der Schuh ab oder (wenn die Reibung der Sohle für das „passive  hängen“ ausreichte) die Ferse aus dem selbigen.

Als Fazit blieb fest zu halten: günstige Schuh der unbekannten Hersteller haben ein kurzes Leben und keine Chance auf Auferstehung (Neubesohlung). Weiche Slipper sind im Überhang eine sichere Bank und ermöglichen mir anderes Klettern. Es reicht nicht einen Schuh im Kletterrucksack zu haben, je nach Gebiet müssen es schon mindestens zwei sein…

Weitere Informationen zu Kletterschuhe:

Fußform und Passform

Größenvergleich der Kletterschuhe

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