Five Ten Anasazi Arrowhead

Kletterschuhe  Five Ten Anasazi Arrowhead im kurz Test

Ein „Bastard“ der  Anasazi Familie

Die Vorgeschichte

Seitdem ich meine ersten Meter in Anasazi Modellen: Anasazi VCS, Blanco aka V2 und Galileo geklettert bin, war ich ein großer Fan des Trittgefühls und der Unterstützung der Five Ten Kletterschuhe. Was mir allerdings immer fehlte, war der Downturn, denn die Sohlen der besagten Kletterschuhe sind flach und steif, was ein Greifen mit den Zehen schier unmöglich macht. Ich liebe es jedoch mit den Füßen die Tritte und Griffe zu umklammern und warte daher sehnsüchtig auf ein Kletterschuh, der alles vereint: Unterstützung auf kleinen Tritten, Gefühl und Downturn zum besseren Graben und Saugen mit dem Fuß. Doch, bis lang fehlte mindestens eine der Komponenten des perfekten Kletterschuhs und deshalb suche ich weiter …

Als ich vom Anasazi Arrowhead las und Bilder sah, flammte die Hoffnung auf die perfekte, sinnvolle und logische Kombination aus den Vorteilen eines Five Ten Anasazi VCS und den Vorteilen des Downturns eines Dragons. Nun könnte ich neue Erkenntnisse zum Arrowhead gewinnen, die nun der breiten, interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Optik, Verarbeitung

In der Regel bin ich immer von der Optik der Five Ten Kletterschuhe begeistert gewesen. Die Ausnahme stellt vielleicht der Anasazi VCS Onyx, weil ich seine Farbe nicht ansprechend und etwas zu unauffällig finde. Nun existiert eine weitere Ausnahme zu dieser Regel: Anasazi Arrowhead.

Die Farbe ist in diesem Fall auffällig genug, aber irgendwie doch nicht „ansprechend“. Dem Schuh fehlt einfach dieses Gewisses etwas. Das eine oder anderes Detail (Zehengummierung, ein auffälliges Logo oder irgendwelche Applikationen auf dem Obermaterial) was ihm eine besondere Note verleiht. Da man sich an dieser Stelle trefflich über den Geschmack streiten kann, gehe ich über zum Objektiveren – der Verarbeitung.

Die Art und Weise wie dieser Kletterschuh hergestellt ist, entspricht der guten alten Five Ten Tradition: solide und zuverlässig. Das sieht, riecht und fühlt man, wenn man Arrowhead in der Hand hält. Mir ist in der kurzen Kontaktzeit mit dem Schuh nichts aufgefallen, was man an dieser Stelle negativ anführen könnte.

Five Ten bleibt seinem Ruf treu und hält meinen Erwartungen an einen gut und sehr solide gearbeiteten Kletterschuh stand. (Es kann immer wie Werbung klingen, aber an den Five Ten Produkten hatte ich bis jetzt nie etwas auszusetzen!)

Konstruktion

Auf den ersten Blick sieht Arrowhead aus, wie ein Anasazi VCS nur mit einem Downturn. Die durchgehende Sohle, die Magic-Finger-Heel Ferse, zwei Klettverschlüsse (wobei die von Arrowhead nicht wie beim VCS mit einer extra Außenschicht versehen sind, sondern blanken Klettverschluss darbieten und dadurch in diesem Punkt stark an den alten Stealth C4 besohlten VCS erinnern) sind Merkmale, die in allen Anasazi Modellen der „Neuzeit“ zu finden sind und der Masse hinreichend bekannt sein sollten. Neu ist der Downturn. Dieser ist jedoch wirklich sehr moderat – deutlich schwächer als beim Dragon und in etwa mit dem neuen Five Ten Quantum vergleichbar. Das reicht mir persönlich schon, um im Überhang glücklich zu werden und mit der Anasazi-typischen Unterstützung freudig an den Tritten zu zerren.

Doch da liegt neben der Leistenform der bedeutendste Unterschied zu der Anasazi Familie. Arrowhead ist wesentlich weicher als seine Verwandten! Im Vergleich zum Blanco und dem VCS ist er ein weicher Schlappen und selbst der Quantum ist härter als der neue orange Velcro. Für meine Suche nach dem perfekten Kletterschuh heißt es: Es geht weiter, denn wieder ein Mal fehlt eine Komponente.

Nun zum Leisten, der anders als die bereits existierenden Anasazi Modelle ist. Arrowhead ist von der geraden, vorne etwas runderen Form und dem Downturn am ehesten mit dem Quantum zu vergleichen. Im Zehenbereich ist er eine Mischung aus Anasazi und Dragon: eben ohne starke Asymmetrie und ohne stark ausgeprägten Spitze. Hier versucht Five Ten aus zwei beliebten und bewährten Formen eine Fusion zu erzielen, die alle Vorteile beider Modelle vereint. Der Leisten ist gerade und durchgehend schmal, läuft vorne aber nicht Spitz zu sondern wird nur allmählich schmaler.

Das perforierte Randgummi läuft ziemlich weit nach oben und ist in einem V-Schnitt vorne an der Spitze geteilt. Insgesamt hat Arrowhead eine interessante Form, ich bin schon ganz gespannt, ob es ein Schuh für alle Fußtypen wird. Die Ferse ist von den bereits bestehenden Modellen bekannt und ist sicher nicht das Optimum, aber um Welten besser als die alten Anasazi Fersen. Weitere Beschreibungen spare ich mir mit dem Verweise auf ältere Testberichte.

Passform und Größe

Der Arrowhead ist mir in der Größe EU 42 (UK 8) in die Hände gefallen. Das Anziehen war total unproblematisch und ging ohne Schmerzen und fummeliges „Gepresse“ vonstatten (ein Lob an die Einstiegschlaufen und die weiche Ferse, die man ohne Probleme übergestülpt bekommt). Als ich den Fuß reinsteckte, wunderte ich mich, wie schmal der Arrowhead doch sei, dieses Gefühl verging auch nicht, als ich drin war und die bombenfest greifenden Velcros schloss. Fakt ist, das Arrowhead deutlich schmaler ist als alle bis jetzt existierenden Anasazis, was ägyptischangelsächsische Füße freuen dürfte.

Wenn ich mich recht erinnere, fand ich mich mit meinem Fuß im Arrowhead trotzdem gut zurecht, da er aus einem sehr weichem Material gemacht ist und durch den VEinschnitt in der Randgummierung eine Anpassung rechts und links zur Seite ermöglicht. Druckstellen wie im VCS oder dem Blanco verspürte ich während der kurzen Anprobe im Arrowhead nicht. Ich hatte das Gefühl, dass mein großer Zeh nicht wirklich aufgestellt und nicht zu 100% vorne dran war. Wegen der schmalen Form bin ich mir auf jeden Fall unsicher, ob mein Fuß die EU 41,5 (UK 7,5) gut finden würde. Ich vermute, dass ich dank des weichen und nachgiebigen Materials mit dem Arrowhead auch in der UK 7,5 zurechtkommen würde. (Größenvergleich)

Die Ferse passte mir ähnlich gut wie die 7,5 UK im VCS: Standard Lufträume aber dennoch akzeptabler Sitz.

Das Volumen dieses Modells würde ich mit Mittel beschreiben und als etwas höher als beim VCS einstufen (Update!). Im Prinzip ist Arrowhead der gleiche Schuh wie Quantum nur mit mehr Platz für „dickere“ schmale bis normale Füße. Mein quadratischer Fuß fühlte sich in diesem Kletterschuh nicht wirklich natürlich heimisch, es war aber auch nicht unerträglich. Ich schätze dass etwas Druck, Schweiß und Wärme den Arrowhead auch an meinen Fuß anpassen werden, und zwar mit deutlich weniger Schmerzen, als es beim VCS der Fall ist. Diese Anpassung an den jeweiligen Typ wird auch vom Hersteller versprochen.

Performance – wie klettert sich der Five Ten Anasazi Arrowhead

Ohne diesen Kletterschuh geklettert zu haben, ist die Diagnose schwierig. Aber aufgrund der weichen Sohlenkonstruktion und des Downturns ist die Stärke im Überhang leicht und logisch ableitbar. Da dieser Velcro Kletterschuh deutlich weicher als der Jet 7 und selbst der Team ist, bezweifle ich ernsthaft, dass Arrowhead zu einem Allrounder mit Platten Qualitäten aufsteigen wird. Das Gefühl und die weiche, griffige Sohle sind zwei wesentliche Merkmale/Vorteile, die an dieser Stelle zu nennen sind.

Bei Hooken und Toe-Hooken erwarte ich keine Mega-Leistungen, bin aber aufgrund meiner positiven Erfahrungen mit Magic-Heel und des weichen Obermaterials (Anheben der Zehen!) recht zuversichtlich, dass Arrowhead ein guter Boulderschuh sein wird.

Empfehlung/Einsatzbereich/Klettergebiet

Five Ten gibt für den Arrowhead den Kletterhallen Kletterer als eine mögliche, große Konsumentengruppe an. Nach meinem Kontakt mit diesem Kletterschuh würde ich diese Aussage voll und ganz bejahen. Aber auch an steilen Felsen sehe ich durchaus Perspektive für diesen Latschen. Ein neuer Allrounder (wie der Anasazi) wird er zwar nicht, da er einfach zu weich ist, seine Fangruppe wird Arrowhead dennoch schnell finden.

Fazit

Ist Arrowhead nun ein neuer VCS – ja oder nein? Die Antwort ist ja und nein. Arrowhead ist definitiv kein Ersatz des Klassikers, denn er ist ein anderer Kletterschuh. Betrachten man das moderne Klettern mit seinen Anforderungen im Überhang, dann kann man mit Ja antworten, denn da wird dieses Modell sicher Spitze sein. Die ähnliche Form und Passform von Quantum und Arrowhead lassen eine neue Anasazi Familie erahnen. Während Quantum etwas härter und stabiler ist und schmalfüßige Kletterer/inen glücklich machen wird. Zielt Arrowhead durch die Flexibilität auf die breite Masse der jungen Generation ab und kann hier durchaus den Stellenwert des VCS erreichen.

Ein neuer Kletterschuh für neue Anforderungen. Ich warte gespannt auf den Verkaufsstart …

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Weitere Informationen

Infos zum Arrowhead aus Amerika

Video Anasazi Arrowhead

5 Antworten zu Five Ten Anasazi Arrowhead

  1. bovard jc schreibt:

    hello,
    i`m so sorry I don’t speak german… Maybe some one could help!
    What size should I take the five ten arrowhead considering I wear 42 street shoes and 39/39’5 scarpa spectro?

    thank you!

    • kletterschuhtest schreibt:

      hello

      realy dificult to say… i did not try the REAL Arrowhead. It was just a prototype. I did try this shoe 42 EU / 8 UK. It was okay. I have 43 street and 41,5 in Spectro (realy thigh).

      so i think you should start with 41 EU (7 UK) at the Arrowheads and then slowly downsize them. They are much more narrow compare to the spectros and have very soft and comfy fit.

      i hope it helps 🙂

      cheers

  2. bovard jc schreibt:

    Thanks for the info!

  3. markus schreibt:

    Hallo
    Nachdem ich den Schuh nun die ganze Saison schon als meinen Hauptschuh klettere wollte ich ein paar Worte zur Performance und Passform des Schuhs sagen.
    Ich war eigentlich nie ein Freund von Five ten Schuhen, weil sie mir nie wirklich gepasst haben.
    Ich hab den Arrowhead Anfang des Jahres nur probiert weil alle anderen Schuhe die ich ins Auge gefasst hatte in meiner Größe ausverkauft waren.
    Aber er hat so gut gepasst, dass ich mich auf anhieb in dem Schuh wohl gefühlt habe.
    Zum Vergleich der Passform: mir passen generell alle La Sportiva perfekt (ausser dem Solution) und mir passen alle „neuen“ Scarpa.
    Ich hab den Schuh genau in Straßenschuhgröße (42). Es ginge noch eine halbe Nummer kleiner aber das hätte (für mich) keinen Vorteil. Bei Sportiva hab ich 39 oder 38,5 Scarpa 40.
    Die Unterstützung ist in dieser Größe perfekt und mit mehr Schmerzen in den Zehen ist man mMn noch unsauberer beim steigen als mit etwas größeren Schuhen. (mit Schmerzen steigt man nicht besonders gut und belastet die Zehen weniger als die Tritte halten könnten) Meine Meinung.

    Zur Kletterperformance:
    Ich finde, dass der Arrowhead ein Traum ist. Ich hab wirklich noch nie so einen guten Kompromiss aus stehen auf Leisten und Sensibilität erlebt.
    Man spürt alles im großen Zeh und kann trotzdem auf den unmöglichsten Kanten stehen.
    Das ganze auch noch ohne den Schuh wirklich übertrieben eng zu kaufen.
    Ich finde, dass der Arrowhead genauso gut auf kleinen Tritten ist wie ein Miura VS und aber ein greifen mit den Zehen zulässt und auch so sensibel ist wie der Solution.
    Man hat also einen Kantenspezialisten wie den Miura der super sensibel ist und durch den Stealth Gummi auch noch mehr Reibung hat.
    In der Ferse ist bei mir zwar immer noch mehr Luft als bspw. in einem Miura VS oder im Vapor/Instinct. Wenn der Gummi aber mal eingeklettert ist, wird die Ferse so weich dass man beim hooken trotz Hohlraum mehr gefühl in der Ferse hat als bei anderen Schuhen.

    Das einzig schlechte an dem Schuh ist, wenn es wirklich heiß ist wird, wird der Stealth-Gummi so weich dass der Schuh unkletterbar ist. Auch der Randgummi wird so extrem weich dass die Zehen weit über die Sohlenkante hinaus stehen.
    Allerdings rede ich von einem Klettertag an dem es 36 Grad hatte und da sollte man sowieso schwimmen gehen 🙂
    Trotzdem ist der Gummi das haltbarste dass ich je unter meinen Füßen hatte. Nach 6 Monaten klettern hat mein Schuh noch nichtmal die typische abgerundete Kante, sondern sieht aus als hätte ich ihn erst 2 Wochen in Verwendung.
    Kein Vergleich zu jeglichem Vibram Gummi.

    Zehengummi brauch ich zum Klettern eigentlich nicht deshalb stört es mich überhaupt nicht dass der Arrowhead keinen hat.
    Wenn ich toehooke in einer Route dann nicht so dass dieser Hook mein Körpergewicht tragen müsste oder Gummi einen entscheidenden Vorteil bringen würde. Ich kletter bis ca. 7b/7b+ da gehts auch noch ohne 🙂
    Wenn ich bouldern will hab ich sowieso einen ganz anderen Schuh an, weil ich zum bouldern keinen so „harten“ Schuh klettere. Nicht das der Arrowhead hart ist aber zum Bouldern (und trainieren) nehm ich sowas wie Python / Cobra oder noch weicher.

    • kletterschuhtest schreibt:

      hey markus,
      na du hast ja auch ein Paar Kletterschuhe im Schrank! 😉 Kann ich verstehen..!

      Sehr interessant. Ich fand den Quantum schon eher weich und den Arrowhead noch einen Tick weicher. Der Bereich der Sohle unter den Zehengrundgelenken ist nicht so „steif“ gewesen wie die Spitze. Da ich den Arrowhead nie richtig geklettert habe, möchte ich deine Meinung nicht anzweifeln. 😉

      Five Ten ist was die Haltbarkeit angeht echt der Hammer. Absolut wahnsinnig ist die Haltbarkeit von HF Gummi an meinem Dragon… irgendwie hält der Schuh länger als der Jet 7 mit dem gleichen Gummi.

      Ja, Ja XS Grip 2. Na wenigstens reiben kann er wie ein großer! Stealth Onyxx und HF sind wirklich super Mischungen, kann man nicht anders sagen…

      Grüße und fleißig Anreißen so lang die Sonne NOCH scheint.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s