Evolv Predator G2

Evolv Predator G2 Ketterschuhe Testbericht – Kurzcheck

Sharma´s und Lindner´s Hardcore-Patschen

Vorgeplänkel

ganz ansprechende aggressive Optik ist ein Vorteil dieses Kletterschuhs

Seit dem Sharma und co. in jedem neuen „Kletterporno“ mit neuen Evolv´s an den Füßen auftauchen wurde ich auch mit dem „Muss diese Evolv-Dinge mal ausprobieren“ Virus infiziert worden. Besonders als ich den „Meister“ im First Round First Minute mit diesen Kletterschuhen an Füßen sah, war ich „sofort überzeugt“ von der „Perfektion“ dieser Fußwerkzeugen. Also gedacht getan, rein ins Internet bestellt, bekommen, ausgepackt… und die Infos reingestellt.

Optik & Verarbeitung

Optik Top – Verarbeitung so La-La

Die Optik ist bei diesem „Paar“ definitiv die bessere Hälfte. Mir persönlich, gefällt der aggressive und durch Details in Neon Gelben Farbe gestaltete, sehr peppig wirkende Stil dieses Models sehr gut. Alles an diesem Schuh wirkt wie eine Art Verstärker und verleiht dem Predator die emotionale Eindruck einer BattleAxt aus Wikinger Zeiten. Im Vergleich zum etwas langweilig wirkenden Predator „alt“ ist G2 eine deutliche Steigerung in Stil und Form – so muss das bei Nachfolgemodellen sein.

Nur ein Bsp. der mäßigen Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitung ist dagegen nur OK. Auf den ersten Blick sieht der Schuh zwar sehr solide aus, aber gleich auf den zweiten fällt die mittelmäßige Qualität auf.  Die Verklebungen sind etwas schlampig (Kleberreste), an der Ferse sind Fetzen auf der Gummierung. Die Gummierungen der Toe und Heel Hook Bereiche sind seitlich aus einem „schlechtem„, da glattem und rutschigem Gummi gefertigt. Insgesamt ist die drei geteilte Sohle aus meiner Sicht nicht überzeugend gearbeitet, fast schon schlecht umgesetzt. Andere Details die eher für die Optik zuständig sind, wie etwa  Obermaterial an den Klettverschlüßen in Karbon Optik sowie alle Nähte sind dagegen 1A gefrtigt und geben keinen Grund zum meckern. Insgesamt bin ich recht enttäuscht, da ich bis jetzt bessere Qualität von Evolv gesehen hatte. Ich hoffe nur, dass es nicht zu einem neuen Standart wird.

Konzept, Größe, Passform

 

 

Fällt unbequemer/kleiner aus als Pontas Modelle

 

Evolv Predator in der zweiten Generation ist (und das sieht man deutlich) an den Five Ten Kletterschuhen wie Jet7 und Dragon orientiert. Im Design und Details steckt natürlich einiges an Eigenleistung von Evolv drin. Die Sohle ist recht hart und ziemlich steif. Der Downturn ist stark ausgeprägt und biegt die aufgestellte Zehen sowie den Gesamten Fuß zu recht. Dies sorgt bei mir am Anfang für leichte Krämpfe in der Fußsohle. Ob der Downturn übertrieben oder zu stark ist, muss jeder für sich entscheiden – wichtig für mich ist, dass der Schuh beim Klettern funktioniert, und da kann er nicht genug Downturn haben, zumal dieser sich in den meisten Fällen „rauslatscht“. Das Sohlengummi ist wirklich sehr klebrig rutscht anfangs aber von Plastiktritten ab…Später wird es wie auch das HF-Stealth Rubber von Five Ten immer besser. Die Ferse ist wie die Sohle aus drei Teilen hergestellt. Zwar sind Teile der Gummierung der Ferse aus dem „gutem“ Sohlengummi gebaut, aber wichtige Gummierungen an den Seiten, sind einfach nur Fehl am Platze. Die Verarbeitung dieser „Teile“ ist wie oben erwähnt, mehr schlecht als recht.

Passform des Predator G2 ist für mich im Prinzip genau so ungünstig wie Jet 7 oder

Der Druck auf die Zehen ist enorm groß, da helfen keine Schlitze…

Dragon. Der Leisten des Predators ähnelt diesen Five Ten Modellen schon sehr. Im Gegensatz zu den genannten Kletterschuhen ist Predator komischerweise unbequemer als die „Vorbilder„. Er ist zwar innen gut gepolstert, aber das dicke und unnachgiebige Kunstleder sorgt in Verbindung mit der suboptimalen Passform für ordentlich Druckschmerzen. Da können auch die gut gemeinten Schlitze im Randgummi nichts dran ändern. Nach dem ersten Vollschwitzen wird der Druckschmerz in UK 8 zwar etwas erträglicher, macht aber keine Anstalten zu dauerhaft zu verschwinden. Selbst nach einigen Bouldern und Eintragesessions quetscht Predator jegliches Blut aus meinen Zehen und lässt sie nach 5 min taub werden. Einzig die schmale Ferse passt bombig und abgesehen von der kleinen Luftblase in der „Spitze“ der Ferse – saugend.  Das einzige Lichtblick im Punkto Komfort ist die sehr großzügig geschnittene Zunge, die den Spann super vom Druck der sonst perfekt funktionierenden Klettverschlüße schützt. Der Einstieg in den Predator ist ok, nicht besonders einladend aber auch nicht sonderlich schlimm für die Ringbänder. Aus jetziger Sicht wäre die Größe 8,5 UK deutlich erträglicher und besser für meine ohne hin schon gepeinigten Füße.

Kletterer mit ägyptischen Zehnform werden meine Passform-Probleme nicht haben und einen kuscheligen und formbeständigen Kletterschuh bekommen.


Performance

Die Verformung ist unglaublich, das Gummi extrem klebrig

Das Treten im senkrechten Gelände und leichtem Überhang ist im Neuzustand ziemlich gut und absolut unproblematisch. Die Minimal Größe (8 UK) und die recht steife Sohle machen Predator zum gnadenlosen Leistenkiller. Durch die Steifigkeit der Sohle und die große Spannung in der UK 8 passierte es mir im Überhang des Öfteren, dass ich den Tritt zwar super Angeln und zu Beginn problemlos belasten konnte, aber beim Höhenkommen des Körpers mich aus diesem dank der großen Spannung des Predatos heraushebelte. Das unglaublich weiche Traxx Gummi klebt wie Tesafilm auf unmöglichsten Trittflächen, bietet der großen Verformbarkeit wegen nicht so eine gute Kantenstabilität wie XSGrip/Edge Gummimischungen.

Die Boulder im Überhang und Dach fielen mir dennoch recht leicht, alles in einem konnte ich mit dem Predator recht gut klettern. In der Minimalgröße kann ich leider nicht mit den Zehen greifen und rutschte trotz der guten Reibungseigenschaften öfters von den Tritten ab. Die Kraft wird punktgenau auf den Tritt übertragen, im Gegensatz zu seinen Vorbildern ist Predator G 2 nicht so sensibel, dass man genau die Unebenheiten spürt. Etwas Feedback bekommt der Fuß dennoch, so dass ich die Sensibilität mit befriedigend benoten würde.

Jet 7 ist ein Traum im Vergleich zum Komfort des Predator G2

Die Ferse lässt sich beim Hooken an für sich gut platzieren und belasten. Leider gilt auch hier das gleiche wie bei der Spitze. Ich rutschte mit dem Predator von Hooks ab, die ich mit dem Jet 7 ohne Probleme halten konnte. Ich vermute es liegt an den wenig reibungsreichen Gummiteilen an der Fersenaußenseite. Ich stelle leider immer wieder fest, dass an dieser besagten Stelle entweder schlechtes Gummi verbaut wird oder die Ferse einfach zu sehr gerundet ist, so dass man schlecht Druck aufbauen kann.

Die Toe Hooks lassen sich an großen Griffen ohne Probleme halten, muss man kompliziertere Strukturen „umklammern“ sieht es schon schlechter aus. Daher auch hier nur befriedigend. Eigentlich schade, denn Toe-Hooken gehört heute zum Bouldern, wie Rissklettern zum Alpinismus.

 

Die an sich gut geformte Ferse bleibt leider nur hinten „kleben“…

 

 

Haltbarkeit, Empfehlung, Prognose

Das sehr weiche Gummi verschleißt deutlich schneller, als härtere Gummimischungen, dass ist leider so und lässt sich durch den User nicht sonderlich ändern. Hat man dann als Nutzer dieses Schuhs auch noch schlechte Tritttechnik, so ist ein schneller Verschleiß vorprogrammiert.  Dieser Tatsache sollte man sich bewusst sein, wenn man Evolv Kletterschuhe anschafft, denn sie bauen alle auf der gleichen Gummimischung auf. Trotz optisch unsauberen Verklebungen, hält dieses Evolv Modell mindestens so lange bis die Sohle verschließen ist. Die Klettverschlüße und alle anderen für ein langes Leben notwendigen Teile sind von guter Qualität und tun zuverlässig dass, was sie tun sollen.

 

 

dieser Downturn zeigt deutlich Richtung Überhang

 

Im Prinzip gehört dieser Kletterschuh in den Überhang. Da mir momentan praktische Erfahrungen mit diesem Modell an unterschiedlichen Felsarten fehlen, möchte ich auf eine Empfehlung nach Klettergebieten verzichten. Für das Bouldern am Plastik taugt der Predator alle male und sollte nach einer kurzen Einkletterzeit auch am Fels nicht schlecht abschneiden.

Fazit:

Dieser Kletterschuh ist OK. Nicht mehr nicht weniger. Bis auf Design Details konnte ich für mich keinen Grund dafür finden, wieso ich diesen Kletterschuh gegenüber den (eigentlichen Vorbildern) Modellen von Five Ten bevorzugen soll. Man kann mit ihm ganz gut klettern. Im Sachen Haltbarkeit, vielseitige Performance und auch des Komforts ist Five Ten einfach überlegen. Insgesamt war ich erstaunt und überrascht, denn meine bisherige Erfahrung mit der Marke Evolv (Pontas Lace) fiel nicht ganz so „bescheiden“ aus.

Dennoch: Wer eine Abwechslung zu Five Ten sucht und braucht oder endlich die Kletterschuhe von Chris Sharma kettern möchte, sollte sich diesen Tretet ruhig besorgen. Rausgeschmissenes Geld ist es ganz sicher nicht, obwohl man aus meiner Sicht für 110 EUR deutlich „optimalere“ Kletterschuhe bekommen kann.

Weitere Informationen:

Größenvergleich der Kletterschuhmodelle

Der eigene Fuß als Anhalt

 

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