Five Ten Anasazi Lace Up new Pink Kletterschuhe

5.10 Pinky is back

Sie sind zurück!

Sie sind zurück!

Seit der Vorstellung auf der Outdoor 2013 in Friedrichshafen warteten viele Five Ten Fans sehnsüchtig auf die Neuauflage einer Legende unter den Kletterschuhen – Five Ten Anasazi Pink. Seit der Entscheidung Pinkes Modell nicht mehr zu produzieren sondern dafür Verde und Blanco auf dem Markt zu bringen vergingen einige Jahre, aber die Fans auf der ganzen Welt wünschten ihn sich zurück.

Nur wenige Sachen haben sich geändert

Nur wenige Sachen haben sich geändert

Viele konnten den Wechsel in der Modellreihe nicht nachvollziehen, zumal beide Modelle irgendwie doch nicht ganz so gut waren wie die pinken Kletterschuhe. Verde war zu weich und zu „lasch“, der Blanco war zu aggressiv für die Achillessehne und etwas zu stumpf. Auch die Passform hat sich verändert, aber auch diese war vielen nicht gut genug im Vergleich zu dem Ur-Anasazi Lace Up. Nun ist er zurück und beide Ersatzmodelle verschwinden wieder vom Markt. Doch ist der alte Pinky wie der neue Pinky und umgekehrt? Was hat sich evtl. doch verändert? All das hat mich wahnsinnig auf die Folter gespannt und mich veranlasst die beim Check gewonnenen Infos weiter zu geben.

Konstruktion, Passform und Größe – Anasazi Lace Up pink

Nach wie vor keine Vorspannung und Downturn - wie der alte eben

Nach wie vor keine Vorspannung und Downturn – wie der alte eben

Was die Optik und Verarbeitung angeht kann ich mich diesmal wirklich kurz fassen. Anasazi Lace Up sieht optisch genau so aus wie das Original. Natürlich sind ein Paar Details wie Logos etc. geändert und der aktuellen Epoche angepasst worden, aber im Grunde ist der neue Pinky der alte Pinky! Was die Verarbeitung angeht kann man sagen, dass der Level in der Herstellung (wo auch immer Five Ten diese herstellt) sehr hoch ist und sich an üblichen Five Ten Standards orientiert. In Sachen Konstruktion haben sich lediglich Kleinigkeiten verändert.

Die Asymmetrie hält sich sehr in Grenzen

Die Asymmetrie hält sich sehr in Grenzen

Das Sohlenkonzept ist das gleiche geblieben. Was die Härte der bewährten C4 Sohle angeht, so kann man diese zwischen dem Verde und Blanco ansiedeln. Ich habe sie auch mit einem Ur-Pinky verglichen, aber dieser Vergleich ist etwas schwierig, da mein altes Modell bereits ordentlich eingeklettert ist. Ich denke die Steifigkeit entspricht in etwa dem alten Modell, wobei ich subjektiv das neue Modell etwas weicher empfunden habe. Die Ferse wurde neuentwickelt und im Volumen reduziert.

Nicht mehr so viel Gummi wie früher, der Sitz ist ok

Nicht mehr so viel Gummi wie früher, der Sitz ist ok

Im Vergleich zum ursprünglichen Pinky ist sie natürlich um Welten besser, aber selbst mit so einem Veteranen wie Miura Lace verglichen kratzt sie noch nicht mal am derzeitigen Hook Standard. ich persönlich fand die Magic Heel, welche im Verde und Blanco zu finden ist deutlich besser bei der Performance obwohl die Neuentwicklung durchaus weniger Luft um den eigenen Fuß zulässt. Die Vorspannung der Ferse ist sogar geringer als beim Verde und dieser galt als das Achillessehnenfreundlichste Anasazi Modell. Blanco und der alte Pinky geben sich von der Vorspannung dagegen fast nichts. Der Leisten ist im Großen und Ganzen der gleiche geblieben, es kann sein, dass der Pinky jetzt im Vergleich zur alten Version etwas schmäler und volumenarmer geworden ist. Diesen subjektiven Befund kann man auf den Vergleichfotos etwas nachvollziehen – ausgemessen habe ich es nicht, dafür war ich schlicht und einfach zu faul, aber vielleicht kann einer man verifizieren!?

Alle Anasazi im Vergleich. Neue Pinky ist wohl der schmalste

Alle Anasazi im Vergleich. Neue Pinky ist wohl der schmalste

Was sich an der Passform definitiv verändert hat ist der Schnitt der Zehenbox im Bereich des zweiten Zehs, dieser ist jetzt super Griechen freundlich geworden. Soll heißen: der überlange zweite Zeh (Mortens Toe) bekommt in der neuen Version deutlich mehr Platz, was sicherlich einige Leute freuen wird. Mir persönlich mit meinem quadratischen Fuß, kommt es auch zu Gute. Ob die Ägyptische Fußformen diesen freien Raum ausfüllen können kann ich nicht sagen, aber in diesem Bereich ist grundsätzlich mehr Platz immer vom Vorteil.

Das Volumen ist in etwa gleich geblieben

Das Volumen ist in etwa gleich geblieben

Deshalb: Gute Entscheidung 5.10! Was den Komfort und die damit verbundene Größenwahl angeht kann ich folgendes sagen. Das Obermaterial ist das gleiche geblieben, aber deren Stärke/Dicke hat sich verändert. Pinky hat quasi nun eine dünnere Haut was natürlich die bekannte Anpassung etwas beschleunigt und evtl. in ihrer Dimension ausweitet. Das Innenfutter wirkt auch dünner als früher und es ist anders an das Obermaterial aus Cowdura angebracht. Im neuen Modell wirkt das so, als seien die beiden Schichten untrennbar miteinander verbunden.

Im Unterschied zum alten Pink hat der Neue mehr Platz für den zweiten langen "griechischen" Zeh

Im Unterschied zum alten Pink hat der Neue mehr Platz für den zweiten langen „griechischen“ Zeh

Hat natürlich den riesigen Vorteil, dass die Faltenbildung ausbleibt, gleichzeitig kommt es mir so vor, als seien die Kletterschuhe auch nicht mehr ganz so „kuschelig“ wie es früher mal war. Durch die neue Verarbeitungstechnik und die reduzierte Dicke des Materials ist Five Ten Anasazi Lace Up new Pink dennoch bequem und komfortabel. Dies liegt nicht zuletzt an der sehr moderaten Vorspannung der Ferse. Was die Größe angeht vergleicht man ja Five Ten Größen am besten mit alten Versionen. Früher hatte ich im Pinky 8 UK ENG. In den Blanco und Verde habe ich 7,5 UK ENG. Mit ENG ist ein sportlich enger Sitz gemeint, wie man ihn für Projekte und ernstes Klettern nutzt. Beim Pinky V2 Sizing bin ich vorsichtig von einer 8 UK ausgegangen. 8 UK erwies sich aber als erstaunlich lang, länger als alte Pinky in 8.5 UK. 7,5 UK ist für mich somit Pflicht. Ob ich ne 7 UK im neuen Pinky vertragen kann und will kann ich nicht sagen, da ich sie noch nicht anprobiert habe. Ich kann jedenfalls den Five Ten Fans raten, von ihren Blanco und Verde Größen bei der Bestellung von Pinky auszugehen. Allen Five Ten Neulingen empfehle ich Strassenschuhgröße minus 1,5 Größen , um bei ernsthaften Klettereien die volle Performance dieser Kletterschuhe nutzen zu können.

Performance – wie klettern sich diese Kletterschuhe

Die Spitze bleibt unglaublich gut auf kleinen Tritten!

Die Spitze bleibt unglaublich gut auf kleinen Tritten!

Der neue Pinky klettert sich durchaus so wie der alte. Mir kam die Spitze aufgrund der veränderten Form m Bereich des zweiten Zehs etwas gewöhnungsbedürftig vor. Insgesamt konnte ich mit dem 8 UK großen Newcomer nicht so gut auf kleinen Tritten stehen und diese fühlen wie mit dem 8,5 UK großen alten Meister. Alles sicherlich eine Frage der richtigen Größe. Verglichen mit den anderen (Verde und Blanco) klettert sich New Pinky wie ein Sandwichkind. Nicht ganz so bretthart wie der Blanco und nicht ganz so feinfühlig wie der Verde. Insgesamt ist das traditionell gute Anasazi Treten auch bei dem Neuen gut ausgeprägt.

Die Breite ist mittel und entspricht in etwa den normalem Fuss

Die Breite ist mittel und entspricht in etwa den normalem Fuss

Pinky und die Hooks war und bleibt eine Notlösung. Natürlich kann man mit dem sowohl mit den Zehen als auch mit der Ferse irgendwie hooken. Die Performance in diesem Bereich bleibt jedoch weit unter der sehr hoch gelegten Latte beim Treten. Die Ferse hat zwar weniger Luft an den Seiten des Fußes als die Magic Heel, aber ich finde und empfinde die Gummierung eher unglücklich. Fakt ist, dass ich mit der Magic Heel deutlich besser hooken kann, als mit der neu überarbeiteten Pinky Ferse. Alles in einem kann das neue Modell (Pinky V2) nicht sonderlich mehr als sein berühmter Vorgänger. Was die Haltbarkeit angeht, bleibt Five Ten in meinem rein subjektiven Ranking auf Platz 1. Das Radgummi aus C4 Gummi könnte dem Pinky V2 in Sachen Haltbarkeit sogar besonders zur Gute kommen.

Fazit zu Anasazi Lace Up new Pink(y)

Finde alten breiter und auch einen Tick steifer

Finde alten breiter und auch einen Tick steifer

Der neue Pinky ist eine ganz leicht modifizierte Version des alten Klassikers. Alle geringfügigen Veränderungen stellen tatsächlich auch eine Verbesserung dar. Die Performance knüpft bei richtig gewählter Größe an die Heldentaten des legendären Anasazi Lace Up. Leider haben diese Kletterschuhe auch Nachteile. Neben der eher mauen Leistung beim Hooken (was sicher auch noch von persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten abhängt) stellt dieses Modell den Stand der Entwicklung von vor 10 (?) Jahren dar. Die Spannung wird über Druck auf die Zehen erzeugt, der Schnitt der Zehenbox ist extrem Valgus lastig und von einem Downturn träumt man im Überhang weiterhin vergebens. Unter dem Strich muss ich für mich persönlich feststellen, ohne Blasphemie zu betreiben, dass es heute im Jahr 2014 deutlich bessere Kletterschuhe gibt.

Der neue mit deutlich weniger Vorspannung in der Ferse

Der neue mit deutlich weniger Vorspannung in der Ferse

Besser im Sinne von einer besserer Passform, anatomischen Schnitts und einer Performance unterstützt durch modernste Sohlenkonzepte die mit der des Pinky mindestens auf einem Level ist. In anderen Worten: ein Scarpa Boostic kann alles genau so gut wie der Pinky (nur besser) bei besserer Performance. Nichts desto trotz kann ich jedem Kletterer ans Herz legen den Pinky eine Saison zu klettern, um den Spirit der damaligen Zeit etwas nachvollziehen zu können.

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6 Antworten zu Five Ten Anasazi Lace Up new Pink Kletterschuhe

  1. Klaus schreibt:

    Ich finde die Verarbeitung im Vergleich zu meinen alten Pinkys und den Verde einfach nur grottenschlecht….offensichtlich wurde vor allem beim Randgummi gespart…Ich bin von 5.10 weggegangen…auch die Moccasins waren mal stabiler…
    Die fangemeinde in meiner Umgebung hat sich von dem jetzt viel zu teueren Schuh abgewendet…

  2. Wolfgang schreibt:

    Bei meinem löst sich nach nicht ganz drei Monaten das Innenfutter ab. Für 130 Flocken darf sowas nicht passiern. Damit verglichen ist ja der Katana noch robust!! Und die Schnürsenkel waren nach 6 Woche durch. Frechheit, sowas zu verkaufen, zu dem Preis.

  3. Wolfgang schreibt:

    Nach knapp zwei Monaten mit dem Ersatzmodell aus der Reklamation ist exakt das gleiche wieder passiert. Wundert mich auch nicht, denn die Konstruktion ist echt windig. Und für einen Schuh um 120 Flocken kann das einfach nicht sein.

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