Five Ten Dragon

Kurz im Test Five Ten Dragon

Für mich einer der schönsten Schuhe von Five Ten

Dragon Lace ist DER Schuh in der Five Ten Produktreihe, wenn ein modernen Performance Allrounder gefragt ist. Dieser Schuh ist in USA sehr beliebt was man auch in diversen Videos mitbekommt. Ob Dave Graham oder Paul Robinson (mittlerweile ist Paul ja bei La Sportiva…) – die meisten Five Ten Athleten greifen auf Dragon zurück wenn es, um steiles Gelände und abgefahrene Hooks geht.

Schaut man was Dave mit dem Dragon klettert, stellt man schnell fest, dass dieser Kletterschuh von Fontainebleau üder Kalimnos bis Colorado überall einsetzbar ist. Auch bei den Wettkämpfen am Plastik sieht man den Dragon bei USA Teilnehmern ziemlich oft.

Wieso konnte sich der Mythos Dragon dann nicht in Deutschlnad durchsetzen?

Eine Anwort auf diese Frage weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich vermute, dass es einem Mix aus deutschen Felstypen und ihren Anforderungen, Vorlieben der deutschen Kletterer sowie der Vermarktung zu verdanken ist, das es so wenige Dragons in Deutschland gibt.

Konstruktion


Die Ferse voll gummiert – die Sohle schmal und vorgespannt

Dragon ist ein Schnürer mit einer durchgehenden Sohle, die nach hinten hin immer schmaler wird und die schmale Abschlusslippe die Fersengummierung bildet. Die Schnürung geht bis zu den Zehen, die Zehenbox ist über dem großen Zeh großflächig gummiert und von kleinen Löchern durchsiebt.

Die Optik des Dragon dominieren drei Farben: Schwarz, Rot und Silber. Die Optik des roten Drachen  gefällt mir persönlich irrsinnig gut und vermittelt aus jeder ihre Pore die Fähigkeiten die in ihm stecken. Super.

Die Sohle ist aus Stealth-HF (der Vorgänger von Mystique) und misst an der Spitze ca. 3,5 mm (geschätzt).

Downturn im fast Neuzustand

Der Leisten ist mittelmäßig asymetrisch, im Fussgewölbe nicht so stark, wie etwa der Mago, vorgespannt sondern erinnert eher an Miura. Der Downturn wird alleine im Zehenbereich erzeugt in dem die Sohle auf Höhe des Zehengrundgelenks nach vorne hin einfach nur „abbricht“. Dadurch entsteht ein richtiger Schnabel/Kralle, die zum aggressiven Eindruck des Dragon beiträgt.

Die Ferse ist voll gummiert mit einer Gummistärke die mehr als solide ist. Ein für mich wichtiges Kaufargument. Nach all denen abgelösten Gummierungen bei Scarpa und La Sportiva sehne ich mich förmlich nach einer Ferse mit der man es richtig krachen lassen kann ohne sie ständig kleben zu müßen.

Schnürung ist bissig aber fummelig

Die Schnürung ist zu beginn recht schwergängig, da es aber nicht so viele Löcher und Schlaufen sind, hält sich der Schnüraufwand in Grenzen.

Die beiden Anziehschlaufen, sind ausreichend breit und stark, um beim Anziehen nicht in die Finger einzuschneiden.

Die Verarbeitung ist top. das sieht man gleich. Die Qualität ist durch die Stärke und Dimension der Materialien, Beschaffenheit der Nähte und den sauberen Sohlenschliff förmlich spürbar. Nicht so filigran wie der Testarossa aber auch nicht so klobig wie Anasazi Blanco kommt der Dragon auf einen zu und begeistert.

Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Passform

8,5 UK sitzt extrem eng und ist nicht bequem

Ich hatte den Dragon bis jetzt lediglich drei mal an. Ein mal in Arco wo ich ihn sehr passend fand (war auch Größe EUR 43). Das zweite mal am Wolfstein in Gr. EUR 42 – geisterkrank eng, so dass ich ihn schnell wieder auszog. Am aktuellsten war die Anprobe in Kletterladen der Fränkischen in Betzenstein. Es gab nur noch die Größe EUR 43, so dass ich die evtl. passende 42,5 nie anprobieren konnte…

Mein Eindruck: Five Ten Dragon ist ein guter Schuh für einen schmalen ägyptischen Fuß. Da ich einen römischen Fuss habe, fehlte mir in der Größe EUR 43 einwenig an Länge des großen Zehs. Ich hatte quasi etwas Luft in der Spitze, was beim Stehen an der Kletterwand im Laden zwar kein Prblem war, von der pefekten Passform kann in meinem Fall jedoch keine Rede sein. Auf dem Foto gut zu sehen ist der geradliniger Verlauf des großen Onkels, das ist soweit positiv, denn anders als bei Anasazi Leisten wird der große Zeh nicht in die fiese Hallux Valgus Stellung gedrängt.

Negativ für mich war aber die Tatsache, dass trotz der Luft in der Spitze, der kleine Zeh bereits in der EUR 43  ordentlich abgequetscht wurde. Für mich bedeutet das die Tatsache, dass eine evtl. am großen Zeh besser passende 42,5 noch mehr Schmerzen am kleinen Zeh verursachen wird. Keine rosigen Aussichten…

Ansonsten ist die Passform für so einen High-End Kletterschuh recht komfortabel. Das schwarze Innenfutter aus Kunstfaser ist der Ansazi Familie ähnlich und polstert die Knöchel der Zehen ganz gut ab – die Schmerzen kommen somit erst nach ein Paar Minuten. Dann aber nicht richtig: insgesamt wird der Vorderfuß als Ganzes taub.

Die Ferse ist eng, schmal und an der Außenseite perfekt geformt

Der Einstieg und Ausstieg ist kein Problem, fiel mir persönlich einfacher als beim Blanco und Jet 7. Schnürung passt den Schuh nicht an den Fuß an, sondern macht die „Zwinge“ einfach nur zu und sorgt dafür, dass es für den Fuß kein Entkommen gibt. Der Dragon fühlt sich erst ziemlich klobig, wie ein richtiges Klotz am Bein eben, an.  Das gibt sich aber bereits nach dem ersten Anklettern wieder.

Die Ferse ist wirklich Bombe, die ist natürlich nicht so anatomisch geschnitten wie beim Miura oder Solution aber sie ist eng. Eng genung, dass meine schmale Ferse außer in der Spitze den Heelcup völlig ausfüllt. Auch die Ferse fühlt sich wie in eine Rüstung eingepackt, denn die Gummierung ist relativ dick. Die Reibung der Fersengummierung ist aber in Ordnung und lässt schon mal Freude auf das „Ge-Hooke“ aufkommen (ich hooke gerne..). Etwas Luft in der Spitze des Fersnbodens stört beim Hooken jedoch nicht, da die Ferse an (und für sich) recht starr ist. Man hookt oder hockt auf das Gummi ohne „Fußfüllung„, dies fühlt sich aber solide und sicher an.

Insgesamt: recht schmal vorne, nicht zu viel Platz im Mittelfuß und schmal hinten. Ein typischer Kletterschuh für Ägypter eben, alle anderen  müßen beim Dehnen (welches maximal 1/4 Größe möglich ist) leiden!

*ich werde wohl doch die 42,5 Variante nehmen müßen und leiden, denn bereits beim zweiten Einsteigen kam mir der Dragon etwas größer vor.*

Wie lässt sich Five Ten Dragon klettern?

Eine Frage die ich nicht ausführlich beantworten kann. (Siehe Update)

Das Hooken ist mit Dragon ein Traum – sehr gute Form und Konstruktion

Das Stehen auf den geschraubten Tritten an der senkrechten Probier-Wand im Laden war überraschend gut! Die Sohle ist zwar bei Weitem nicht so steif wie beim Anasazi und gibt beim Stehen in der Vertikalen gut nach. Das Treffen und Belasten von allen möglichen Tritten klappte jedoch ohne Probleme, so dass ich immer ein sicheres Gefühl hatte, wenn ich meine 83 kg über den Fuß schob. Dabei konnte man auch noch deutlich spüren worauf man nun steht. Das Trittgefühl würd ich mit dem Ansazi Lace UP Pinky vergleichen. 1A.

Nicht zu viel – eich – super sensibel

Ich denke Five Ten schaffts es diese Sensibilität zu gewährleisten, in dem die Sohle am Rand deutlich härter ist, als unter dem großen Zeh. Dort kann man sogar beim neuen Schuh gut reindrücken und diese Stelle leicht verformen. Ich persönlich stehe total auf dieses typische Five Ten Trittgefühl, der eine Art „Point of Power“ unter dem Fuss generiert. Ein richtiges Greifen mit den Zehen a la Mago ist auf Grund der Konstruktion (zumindest im Neuzustand) jedoch nicht möglich.

Die wenigen provisorischen Hooks die ich setzen konnte hatten sich alle sehr gut angefühlt und liessen auf große Taten hoffen.

Fazit

Ein Top Schuh der einige Wochen zum Einklettern benötigt.

Ein wirklich erstklassiger Schuh in gewohnter Five Ten Verarbeitungs- und Trittqualität. Für meine Fußform nicht optimal, lässt die Optik und der erste Klettereindruck auf tolle Performance schliessen.

An diesem Tag haben mich zwei Dinge vom Kauf abgehlaten:

Der Preis von 124 EUR         und

Die fehlende Möglichkeit die Größe 42,5 anzuprobieren.

Ansonsten wäre ich bereit meine quadratischen Füße in den Drachen zu stopfen und damit in der Fränkischen über Projekte zu siegen.

Die Hoffnung, dass man irgendwann einen Schnapper bei Ebay oder sonst wo findet stirbt zuletzt…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

UPDATE: 03.2011:

Ich klettere den Dragon in 42,5 EU nun schon seit 2 Monaten (mit kleinen Unterbrechungen) und wollte etwas aus der Praxis berichten. Diese Schuhgröße ist extrem klein, kleiner geht es bei mir nicht. Der Dragon gibt zwar am Fuß nach dem Vollschwitzen etwas nach, zieht sich danach wieder zusammen und leiert somit „0“ aus… Die Sohle ist unter dem Zeh weich, Kanten etwas härter.

Die Performance ist sehr gut, ziehen mit dem Fuß funktioniert sowohl am steilem Plastik, als auch in der Fränkischen. Kann ihn in dieser Größe nur zum Bouldern und auch da nicht lange tragen. Die Ferse ist der absolute Hammer!!! Die bleibt überall ohne weiteres dran. Ich liebe sie! Der nicht vorhandene Komfort wird zwar durch die guten Leistungen beim Klettern wieder ausgeglichen. Mit anderen Kletterschuhen kann ich aber genau so gut klettern, ohne jedoch leiden zu müssen. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Schmerzen sich für mich und meinen Fuß nicht lohnen.

Es dauert ziemlich lange bis der Dragon eingeklettert ist. Die Sohle verschleißt nicht so schnell wie beim Jet 7 (zumindest so mein Gefühl). In Deutschland ist dieser Kletterschuh mittlerweile schwer zu bekommen. Insgesamt würde ich jetzt mit meiner Erfahrung eher zum Blackwing tendieren, da er mir beim anprobieren etwas bequemer erschien. Dieser ist jedoch deutlich weicher, was bei einem Einsatz draußen bedacht werden muss.

An sich ein richtig krasses Gerät, lohnt sich aber nur für schwere, steile, kürzere Sachen mit kleinen Tritten in allen Gesteinsarten. Für den Alltag unbequem und sollte nicht zu klein (Strassenschuhgröße!) gekauft werden.

Weitere Informationen:

Größenvergleich der Kletterschuhe

Testbericht Five Ten Blackwing

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Eine Antwort zu Five Ten Dragon

  1. Paul schreibt:

    Bei mir passte der Dragon leider überhaupt nicht. Er bereitete solche Schmerzen an den Zehen, daß ich sofort wieder raus wollte. Ganz im Gegensatz zum Quantum. Nur leider ist die Ferse für kleine Hooks gar nicht geeignet,und das obwohl ich eine ausgeprägte Ferse habe. Ich bin gespannt auf das neue Modell. Übrigens ein großes Lob für diese Seite, ich schau immer mal wieder gerne rein!

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