Five Ten Quantum

Kletterschuhe Five Ten Quantum im kurz Test

Das neue Five Ten Modell für schmale Füße

Die Vorgeschichte

Schmale Füße freut euch!

Schmale Füße freut euch!

Als ich nach der Outdoor 2010 über die neuen Five Ten Kletterschuhe las und das erste mal die Bilder von Five Ten Quantum sah, dachte ich: „Die Farbe und Form erinnern mich irgendwie  an den Anasazi Pinky„. Diese Feststellung wurde durch die Beiträge in UKC Forum gefestigt, denn dort behaupteten Leute – Quantum sei der Neue Pinky nur mit Downturn. Nach dem ich dieses neue Kletterschuhmodell von Five Ten in der Hand und am Fuß hatte, kann ich ruhigen Gewissens behaupten, das Quantum nichts mit Pinky zu tun hat.

Genaueres über diesen neuen Kletterschuh erfährt der interessierte Leser in nun folgenden Absätzen.

Optik, Verarbeitung

Optik ist auffällig

Optik ist auffällig

Der erste Eindruck auf den Bildern war sehr positiv. Die auffällige Farbe (pink/lila), die Applikationen auf dem Obermaterial, der Downturn und die Vorspannung der Magic-Finger-Heel Ferse gefielen mir von Beginn an sehr gut und dabei ist nach dem Life-Check auch geblieben. Ich finde die Optik einfach, modern und sehr gelungen. Die Verarbeitung des Mustermodells war ebenfalls sehr in Ordnung. Wie ich meistens zu sagen pflege: „typische Five Ten Qualität“ – da tanzt Quantum nicht aus der Reihe. Ich fand bei der doch recht kurzen Betrachtung jedenfalls keine Mängel am Obermaterial, der Sohle und verbauten Details.

Verarbeitung ist nicht ganz so "robust" wie sonst

Verarbeitung ist nicht ganz so „robust“ wie sonst

Ich finde es Klasse, dass man, was Verarbeitung angeht sich auf Five Ten voll verlassen kann und von vorne rein sichergehen kann, dass das Geld nicht zum Fenster rausgeworfen wurde. Ganz so Old-School solide/dick und unzerstörbar ist die Verarbeitung beim Quantum doch nicht und macht einen filigraneren Eindruck als Anasazi Blanco und Co. Diese Entwicklung weg von der Überdimensionierung der Materialen kann man seit Five Ten Team gut nachverfolgen. Meiner Ansicht nach fallen alle neuen Modelle von Five Ten in diese „fein-solide“ Kategorie rein. Diese besagte Entwicklung begrüße ich jedenfalls.

Konstruktion

Downturn und Vorspannung sind eine gute Sache

Downturn und Vorspannung sind eine gute Sache

Schaut man sich den Leisten des Quantum genauer an, so stellt man sofort fest, dass dieser (ähnlich wie Arrowhead) eine Neuentwicklung ist und gar nichts mit dem Anasazi Schnitten zu tun hat. Die Form erinnert mich an Arrowhead  und lässt sich nicht mit einem der bestehenden Modelle vergleichen.  Der Quantum/Arrowhead Leisten scheint eine Mischung aus der Zehenbox von Dragon und Anasazi VCS zu sein.

Durchgehende Sohle

Durchgehende Sohle

Dabei hat Quantum eine schmale Form und keine so ausgeprägte Spitze wie der Anasazi, ist dafür nicht so stark asymmetrisch wie der Dragon. Die Rangummierung hat in der Mitte des Vorderteils einen v-förmigen Einschnitt, der eine deutliche Grenze zwischen der linken und rechten Seite des Quantum bildet. Dieser V-Einschnitt (Unterbrechung) ist aus meiner Sicht gewollt und soll Komfort und Passform positiv beeinflussen. Prinzipiell ist dieser Schuh jedoch Five Ten typisch aufgebaut. Durchgehende Sohle, leichte Vorspannung im Mittelfuß, mäßiger aber ausgeprägter Downturn und eine mittelharte Sohle – sind die immer wiederkehrenden Merkmale der US-Produktion. Die Sohle ist glaub ich Stealth C4 gewesen und hatte gute 3,5-3,8mm.

Ich finde Schnürung Klasse

Ich finde Schnürung Klasse

Die Schnürung ist keine Innovation und besteht aus 7 Löcher pro Seite wobei nur die beiden Letzten (von den Zehen her gesehen) mit Metallösen versehen sind und so ein besseres Gleiten ermöglichen. Ich habe die Schnürung nicht auf Leichtgängigkeit und Genauigkeit der Justierung prüfen können aber dazu bei Passform mehr. Die beiden Anziehschlaufen sind die gleichen wie beim Blackwing und Team und lassen darauf schließen, dass die nervigen, schlappen, dünnen Bänder aus der Anasazi Lace Up und Jet 7 Geschichte sind. Beide Daumen hoch seitens der Nerven und Ringbänder dafür. Sling-Shot-Rand und Magic-Finger-Heel sind mit den Anasazi Modellen identisch und sind bei diesem Kletterschuh zuverlässige Konstanten.

Passform und Größe

Sieht man gleich - der ist schmal

Sieht man gleich – der ist schmal

Der Musterkletterschuh für links hatte die Gr. EU 42 ( UK 8 ) und lag leider nicht in anderen Größen vor. Bereits das erste Reinschlüpfen zeigte mir, dass dieser Schuh zum einem kleiner als Arrowhead und Blackwing ausfällt und zum anderen einen deutlich schmaleren und niedrig volumigen Fuß, als meinen Latschen, fordert. Von daher bin ich mir ziemlich sicher, das Quantum allen schmalfüßigen Typen passen wird und Menschen eine Abhilfe verschafft, die bis jetzt beim Five Ten Probleme hatten den Kletterschuh mit ihrem Fuß auszufüllen. Ich mit meinem breiten römischen Fuß hatte das Gefühl einen viel zu kleinen, schmalen unpassenden Schuh anzuhaben und befreite mein linkes Laufgerät zügig aus dem Zwang. Obwohl Quantum eine schmale kleine Passform hat, ist er nicht unbequem. Das Obermaterial gibt supergut nach und so herrscht nur geringer Druck auf die Zehenknöchel, die auch dieses Modell bei entsprechender Größenwahl rigoros aufstellt. Die Ferse ist deutlich weicher als die von Anasazi, sodass ein Reinschlüpfen bei der offenen Schnürung gar kein Problem darstellte. Was mir Problem bereitet hätte, wäre das Zumachen der Schnürsenkel, denn mein Fußvolumen sprang die Kapazitäten des Kletterschuhs und die Möglichkeiten der Schnürung deutlich.

Ich würde sogar sagen - das schmalste was Five ten hat

Ich würde sogar sagen – das schmalste was Five ten hat

Da ich sofort beschloss, dass dieses neue Modell nichts für meine Füße ist, machte ich mir auch keine Gedanken über die für mich richtige Größe. Als Anhalt kann ich angeben, dass die Kletterer die bis jetzt zu viel Platz bei Anasazis VCS und Lace (Blanco/Verde) im Zehen- und Mittelfußbereichen hatten, beim Quantum einen perfekt passenden Kletterschuh finden werden, der ähnlich ausfällt wie die alten Anasazi Modelle (Größenvergleich). Der Downturn wirkt sich nicht dramatisch auf das Komfort und die Passform aus. Sollte jemand mit Downturn nicht klarkommen, dann bleibt nur treues „Weiterklettern“ der flachen Anasazi Modelle übrig.

Die Ferse saß beim Quantum deutlich besser als beim Anasazi Blanco und Galileo, hatte aber dennoch viel Luft an den Seiten und in der Spitze, was aber bei 08/15 Hooks kein Thema werden sollte. Insgesamt ist die Passform zwar bequem, da das Obermaterial sehr gut nachgibt und keine Schmerzen verursacht aber dieser Kletterschuh ist nichts für meine Füße.

Performance – wie klettert sich der Five Ten Quantum

Mit der Ferse ist schmäler, dennoch ein Luftballon

Mit der Ferse ist schmäler, dennoch ein Luftballon

Leider kann ich nach meinem Blitz-Test keinerlei Eigenschaften beim Klettern feststellen, da ich ihn nicht klettern konnte. Quantum macht einen härteren Eindruck als Arrowhead, ist aber um einiges weicher als Anasazi und sogar weicher als Dragon. Besonders die Randkante der Sohle füllte sich hart und stabil an, was auf die gleiche Technologie wie beim Blanco schließen lässt. Das Balancieren auf Nichts, wie es nur der Blanco kann, wird Quantum nicht leisten können. Überhänge und Dächer werden aber richtig gute Spielplätze für Quantum werden, wo er sein Gefühl und ausgewogene Tritteigenschaften zeigen wird. Plastik und die Felsen der Fränkischen werden Metier von Quantum sein. Ob die Ferse und Zehenkappe ausreichend gut Hooken und Toe-Hooken können, muss man bei weiteren Feld-Tests feststellen, denn davon hängt die Performance im Einsatzbereich Bouldern extrem ab (siehe Update).

Empfehlung/Einsatzbereich/Klettergebiet

Wie schon kurz angesprochen: Fränkische, Plastik, Boudlern und mit richtigem Fuß und etwas Power im Zeh ist Quantum für alles geeignet. Weitere Aussagen werden erst nach einem ausgiebigeren Test möglich sein. Ich werden berichten.

Fazit

Für mich persönlich zu weich

Für mich persönlich zu weich

Five Ten Quantum ist ein wahrer Quantensprung für alle, die nach schmalen Kletterschuhen mit wenig Volumen suchen. Passt Quantum, so wird er mit etwas Übung und Kraft durchaus Allrounder Qualitäten zeigen, auch wenn Überhang sein Hupterrain sein wird. Ein gelungener technischer Kletterschuh mit guten Perspektiven im modernen Sportklettern. Aus sicherer Quelle weiß ich, das Quantum ab 2011 bei Bär(g)zeit verfügbar sein wird – vielleicht passt er mir in der größeren Variante doch...

UPDATE: Quantum soll ab März/April in Deutschland verfügbar sein.

Update 10.06.2011:

Downturn ist nicht ganz so aggressiv

Downturn ist nicht ganz so aggressiv

Mittlerweile habe ich die Quantums mein eigen nennen und ausgiebig testen können. Meine Erinnerung an die erste Begegnung stimmte zu 100%. Quantum ist ein Mix aus Dragon und Anasazi. Die Passform ist extrem schmal und sitzt selbst bei niedrig volumigen Füßen saugend am Fuß. Die verwendeten synthetischen Materialien sind dünner als bei „alten“ Five Ten Modellen. Das bringt einen dicken Plus an Komfort out of the Box. Mein breiter Fuß musste jedoch heftig Druck und Schmerz ertragen. Das lässt erstaunlicherweise schnell nach und man bekommt sockenähnlich Sitz. Dabei dehnt sich Quantum NICHT sondern passt sich dem Fuß durch Nachgeben des Obermaterials nach. Die Zehen und Knochen bilden Ausbuchtungen und Mulden im Material und die Druckstellen gehören damit der Geschichte an.

Gemütlich und passend ist anders

Gemütlich und passend ist anders

Ich hatte die 8,5 UK gewählt und muss sagen, dass die 8 UK sicher Minimalgröße gewesen wäre, die anfangs noch mehr wehgetan hätte. Trotz des „Komforts“ ist der Schuh nicht optimal für meinen breiten Fuß. Das merkt man besonders beim Klettern. Mein zusammengequetschter Fuß kann nicht die gleiche Kraft entfalten, wie in einem breiteren (passenderen) Kletterschuh. Nichtsdestotrotz ist Quantum superpräzise und wirklich sensibel.

Quantum Onyx SohleDie Sohle ist vielleicht einen Tick steifer (vorne) als beim Dragon und deutlich weicher als beim Anasazi. Insgesamt ist der Schuh sehr weich und bietet weniger Unterstützung auf kleinen Tritten. Was nicht heißen soll, dass man keine kleinen Tritte steigen und sicher wegstehen kann. Quantum gefiel mir besonders auf speckigen unförmigen Tritten in Kochel sehr gut. Nach 6 Metern lässt die Zehenkraft jedoch deutlich nach und das sichere Stehen auf Kleinzeug wird zunehmend schwieriger. Beim Bouldern im Überhang fand ich diesen Five Ten Kletterschuhe Primaklasse und bin nach wie vor seinen Leistungen im steilen Gelände überzeugt. Die Spitze passt nicht nur auf unförmige Leisten, sondern auch auf Löcher und Reibung kann man sauber drauf treten und je nach Strom in den Füßen lange und entspannt stehen.

Die Ballert ordentlich - ist aber auszuhalten

Die Ballert ordentlich – ist aber auszuhalten

Mir persönlich ist der Quantum für Kochel zu weich, für steilen Plastik zu schade. Da bleibt nur Frankejura wo er auch gut abgeht, nur gibt es eine Handvoll andere Kletterschuhe, die in der fränkischen mindestens genau so gut performen und mir deutlich besser passen. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Quantum-Versuch für jeden Five Ten Fan, denn er bringt die bewährte Haltbarkeit und Grip des Stealth Onyxx Gummis mit und bedarf nur sehr kurzer Einkletterzeit. Insgesamt ist der Schuh für den modernen Sportklettermarkt gelungen, denn heute wird nicht mehr so viel in High-End Platten geschlichen wie in den 80er und 90er.

Als Boulderschuh würde ich Quantum nur bedingt empfehlen, da die Toe-Hook Performance eher bescheiden ist. Die Ferse dagegen hookt 1a! Die Schnürung auf und zu dauert in etwa so lange wie beim Dragon. Alles in einem lohnt sich für Boulderer eher der Griff zum Anasazi Arrowhead. Alle anderen, besonders jene mit den schmalen Füßen sollten sich Quantum genauer ansehen!!! Insgesamt bin ich etwas enttäuscht, denn Quantum ist bis auf die Passform. Eine nette Verbesserung und keine bahnbrechende Innovation im Performance Bereich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Weitere Informationen

Preview Five Ten Blackwing

Größenvergleich der Kletterschuhe

 

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