Five Ten Rogue

Kletterschuhe Five Ten Rogue im kurz Test

Anasazi für „arme“

Irgendwann stolperte ich auf dem Blog vom Ethan Pringel über sein Bericht von einem Five Ten Testival. Da beschreib er das Rogue ein sehr beliebter Schuh bei den Anfängern und Hallenkletterern gewesen ist. Ich fand den Schuh recht interessant und war gespannt was es auf sich hat mit diesem günstigen Velcro. Nun konnte ich den Schuh ausgiebig betrachten und kann den Interessierten ein paar Eindrücke schildern.

Optik, Verarbeitung und Konstruktion

Optisch wirkt der Rogue wie ein schmaler Anasazi VCS in schwarz und blau mit perforiertem Außenmaterial. Die Konstruktion ist recht einfach zu beschreiben: Es ist ein schmaler Galileo mit einem symmetrischeren, spitzeren Leisten und einer besseren Ferse. Die Optik ist ganz klar nichts Herausragendes, aber auch nicht so schlimm wie beim La Sportiva Mantis oder anderen Anfängerschuhen. Der Zehenbereich ist so konstruiert, dass die Zehen fast gestreckt sind und somit ein gewisser Komfort sich breit macht. Die Ferse wirkt wie eine Mischung aus der Galileo Ferse und Magic-Heel. Der Schuh hat keinerlei Vorspannung und Downturn. Die beiden Klettverschlüsse haben eine wirklich sau starke Haftung und laufen gut in den soliden Metallösen. Die Verarbeitung ist sehr gut. Die Sohle besteht aus dem Stealth C4 und misst wie immer beim Five Ten ca. 4mm(+). Beim Obermaterial handelt es sich, um Synthetik, die Fütterung ist ähnlich wie beim Galileo, die Zunge ist jedoch nicht in der Mitte geteilt, sie sieht wie eine „normale“ Zunge aus und besteht aus perforierten Material, der wahrscheinlich für Atmungsaktivität sorgen soll. Die Einstiegsschlaufen ……..

Passform und Performance – wie klettert sich der Five Ten Rogue

Passform ist in erster Linie bequem, denn die Zehen werden nicht aufgestellt und erfahren somit keine dramatischen Druckstellen. Mein breiter Fuß passte in den recht schmal aussehenden Schuh ganz gut, denn das Obermaterial gab im vorderen Bereich bei Größe 7,5 Uk /41,5 EU ganz gut nach. Ich denke das Leute mit ägyptischen Fuß kleinere Größen tragen können. Bei mir gab es auf jeden Fall keine Druckstellen oder sonstige Unannehmlichkeiten. Die Ferse passte besser als beim Anasazi V2 Lace Up

oder dem VCS und erinnerte mich von der Passform schon fast an den Dragon (aber nur fast, den sie saß schon etwas unpräziser). Vom Komfort um die Achillessehne rum ist Rogue in meinen Augen noch ein Tick besser als Galileo und ein wahrer Hausschuh im Vergleich zum Anasazi Lace UP Blanco.

Das Treten ist mit dem Rogue sowohl auf kleinen Tritten, als auch auf flachen Reibungstritten sehr gut möglich. Man hat durch die nahezu gestreckten Zehen zwar nicht so ein präzises Gefühl aber alle Plastik und GFK Tritte ließen sich gleich beim ersten Mal treffen. Eine recht ordentliche Leistung für einen Kletterschuh dieser Preisklasse und Ausrichtung. Das Gefühl für die Beschaffenheit des Trittes ist jedoch nicht so gut, wie beim Galileo (der ja schon unsensibler als Anasazi Lace Up ist). Ganz so „stumpf“ wie Miura Lace ist Rogue dann doch nicht. Insgesamt eine überzeugende Vorstellung von Five Ten zum Thema ein Kletterschuh für Kletterhallengeneration.

Die Hooks auf guten, großen flachen GFK-Strukturen/kanten saßen, solide, mit Miura, Dragon oder Team würde ich Rogue im Bezug auf die Hook-Leistung nicht auf eine Stufe stellen wollen, aber besser als Galileo mit seinem Luftballon ist er alle mal.

Haltbarkeit

Die verarbeiteten Materialien und ihrer Dimension (solide stärke des Obermaterials etc.) und die für Verschleißarmut bekannte Stealth C4 Sohle lassen mich annehmen, das Rogue ein Stabiler und langlebiger Kletterschuh für die Halle und die ersten Felskontakte ist. Ich denke so schnell wie La Sportiva geht dieser Schuh an der Spitze nicht kaputt – was natürlich auch vom Kletteruntergrund und Tritttechnik abhängt.

Empfehlung/Einsatzbereich/Klettergebiet

Für Anfänger und viel trainierende Five Ten Fans würde ich diesen Schuh für Plastik Abenteuer auf jeden fall empfehlen. Für sein Komfort und Preis(90 EUR) ist Rogue von Five Ten ein Kletterschuh mit einer Performance die in dieser Kategorie seiner gleichen sucht, jedoch nicht an die High-End Kletterschuhe herankommt. Wer also einen gemütlichen, harten Kletterschuh ohne Downturn für viele Klettermeter sucht und/oder die geliebten Anasazis in der Halle schonen will, ist mit diesem Gerät gut bedient. Dank der ordentlich sitzenden Ferse ist Rogue auch ein solider Boulderschuh (evtl. mit Schwächen beim Toe-Hooken). Über seine Tauglichkeit zum MSL in großen, kann ich an dieser Stelle nicht Urteilen, aber ich schließe diese Aufgrund der bequemen Passform und ordentlichen Stabilität nicht aus.

Fazit

Es spricht einiges für diesen Kletterschuh. Für einen bezahlbaren Preis (81EUR) bekommt man einen sehr gut verarbeiteten und stabilen Velcro Kletterschuh, der von der Qualität der Sohle und Kletterperformance nur etwas hinter dem deutlich teueren Galileo liegt. Die Passform dürfte eine breite Masse des Klettervolkes ansprechen (von schmal bis breit) und vor allem für Anfänger und Hallenfans durch den Komfort und Leistung interessant sein. Ich persönlich stehe auf Downturn und das Maximum an Präzision und Hookperformance beim Bouldern und schwierig Klettern, deshalb werde ich weiterhin beim Plastik auf Speedster und co. setzen und am Fels dem Anasazi und Miura VS den Vortritt lassen. Nichts desto trotz ein: gelungener Kletterschuh für den schmalen Geldbeutel.

 


Advertisements