Five Ten Stonelands Slipper

Kletterschuhe Five Ten Stonelands Slipper im Kurzcheck

Stonelands S _ Paar

Frisch und knackig – das braune Pärchen

Man kann über diese neue Five Ten Serie namens Stonelands denken was man möchte, eins ist klar diese Kletterschuhe sind etwas gänzlich Neues! Das fällt sofort auf wenn man die Form der Schuhe anguckt. Diese extrem quadratisch wirkende Form der Zehenbox zieht sich durch die gesamte Reihe dieser neuen Kletterschuhe 2013 durch. Egal ob der im folgenden betrachtete Slipper oder der Stonelands Velcro – quadratisch, klobig und massiv wirken alle. Die Erfahrung zeigt das die Kletterschuhhersteller eine Modell Reihe nie gleich gestalten, sondern die einzelnen Kletterschuhe unterschiedlich, breit, weich und flexibel machen. Im März 2013 stoß ich auf den Slipper und den Velcro in einer Boulderhalle und konnte so meine Neugier zumindest in Sachen Passform und Größe befriedigen. Da die Infos zu diesen Stonelands im Netz gerade rar sind, möchte ich die gewonnenen Erkenntnisse teilen, um Probleme bei evtl. Online Bestellungen zu minimieren.

Optik und Verarbeitung

Die Ornamente sind wirkungsvoll - weniger ist mehr!

Die Ornamente sind wirkungsvoll – weniger ist mehr!

Der Slipper ist ein Brownie in der neuen Serie. Herb, rau und irgendwie traditionell wirkt dieser neuer Five Ten Kletterschuh auf mich im Shop Regal. Die durchgehend braune Farbe des Obermaterials wird nur durch silberne und goldene Stickereien unterbrochen bzw. ergänzt. Etwas schwarzer Gummi und ein schwarzer Gummiband am Rist mit grauem Band runden die Farbauswahl der Five Ten Designer ab. Die Stickereien assoziieren bei mir sofort die Bilder des wilden Westens und passen somit zum Namen und dem in Medien verbreitetem Image der neuen Serie als Cowboy Lifestyle Kletterschuhe. Alles in einem finde ich die Optik einfach und wirkungsvoll. Mich überzeugt der Slipper optisch am meisten.

Hier sieht man ein wenig Kleber am Übergang - sonst ist Verarbeitung 1A

Hier sieht man ein wenig Kleber am Übergang – sonst ist Verarbeitung 1A

Die Verarbeitung ist sehr beeindruckend. Im Laufe der Zeit habe ich einige Ausführungen der Five Ten Produkionsstätten gesehen. Meist war das Ergebnis der US-Arbeit sehr gut und wirkte sehr robust und anhaltend. Ab und an gab es ein Paar Klebereste zwischen dem Randgummi und Obermaterial aber ansonsten war alles 1A. Wenn Five Ten in Asien produzieren liess, war die Qualität nicht mehr ganz so überzeugend, was dann auch zu Gummiablösungen führte. All diese kleine Macken sind bei dem Five Ten Stonelands Slipper nicht der Fall. Alle üblichen Verdächtigen (Nähte, Verklebungen, Sohlenschliff etc.) sind tadellos verarbeitet. 100 Punkte für die Arbeit der fleißigen Schuhmacherhände in den 5.10 Werkshallen.

Konstruktion und Materialien

Flach wie die Steppe - schade eigentlich

Flach wie die Steppe – schade eigentlich

Stonelands Slipper sehr flach gestaltet, sowohl im Mittelfußbereit als auch in der Gegend der Zehen. Auch die Zehenbox ist alles andere als hoch. All diese Merkmale decken sich zu 100% mit der Absicht von Five Ten eine Serie zu bauen, welche die Füße nicht all zu sehr quälen und dabei auch noch gut performen. Zu diesem Zweck wurde die Sohle mit dem bewährten C4 Gummi bestückt und für einen Slipper unglaublich hart gemacht. Diese Härte resultiert aus einer entsprechenden Zwischensohle und dem Paradigmenwechsel bei Five Ten (weg vom weichen Slipper und dem harten Lace Up). Die Sohle ist durchgehend steif und weist (beim Tasten) keine flexibleren Bereich auf.

Für mein Geschmack hätten die 5.10er den Bereich unter den Grundgelenken härten sollen. Wie auch immer: Five Ten verspricht sich dadurch das ein um den Fuß-Rollen des Schuhs verhindert wird.

Die Ferse ist zwar low volume sitzt dennoch bescheiden...

Die Ferse ist zwar low volume sitzt dennoch bescheiden…

Das Obermaterial besteht aus Spaltleder, welches von Beginn an nicht ganz so geschmeidig ist, wie ich es vom Moccasym her kenne. Wer einen Python eingeklettert hat, kann sich ungefähr wie formstabil der Stoneland Slipper ist. Diese Angaben sind eine reine Schätzung, da ich nicht die Möglichkeit eines direkten Vergleichs hatte. Jedenfalls ist das Leder nicht dünn und recht „stabil“. Das Slipper typische Gummi am Rist ist im Vergleich zu manch anderem Slipper Modell von seiner Fläche her eher sparsam, was natürlich Auswirkungen auf die Passform hat. Die Ferse wirkt sehr schmal und „low volume“. Das Gummiband von der Ferse zur Sohle ist ungewöhnlich breit und sorgt für eine Moderate Vorspannung des Hinterteils. Interessant finde ich den Ausschnitt an der Achillessehne! Die Gummierung der Ferse ist eher traditionell spartanisch, gemessen an der Bedeutung des Hoockens als moderne Technik. Die Anziehschlaufen waren in der Vergangenheit oft zu dünn und unangenehm beim Anziehen. Nun scheint die Forschungsabteilung einen Kompromiss zwischen Breite, Materialstärke und Festigkeit, welcher jedenfalls sehr funktional ist. Auffälig ist das massive und weit nach oben reichende Randgummi, welches sich vorn an der Schuhspitze teilt und optisch einen V bildet. Diese Maßnahme soll die Zehen in Rissen einerseits schützen und andererseits eine bessere Anpassung ermöglichen. Alles in einem ist es ein steifer und scheinbar formstabiler Slipper mit einer schmalen Ferse ohne jeglichen Gummipatch Schnick-Schnack.

Passform und Größe

gar nicht mal so breit - gut das Leder nachgibt

gar nicht mal so breit – gut das Leder nachgibt

Der Stonelands Slipper wirkt zwar breit und quadratisch wie kein anderer Five Ten Kletterschuh, aber in Wirklichkeit ist eher schmal als XXL breit. Auch die quadratische Form der Zehenbox hat mich getäuscht, denn in allen probierten Größen hatte ich einen HotSpot am dritten kleinen Zeh (welcher genau so lang ist wie der große und der zweite). Das war sehr interessant, denn egal wie groß ich den Schuh wählte, war das mein prägnatester Schmerzpunkt. Man muss fairer Weise sagen, dass ich beim Anprobieren die Füße bereits 3 Std lang beim Klettern gequält habe und diese evtl. (mit Sicherheit) empfindlicher geworden sind. An sich hat der Slipper eine angenehme Form. Der Leisten ist nicht zu krumm und nicht zu gerade geschnitten, was meinen Fuß sehr gefreut hat (ich mag normalerweise asymmetrische Kletterschuhe lieber). Beim Einsteigen merkte ich die Enge des mittleren Bereichs und begriff, dass dieser Kletterschuh alles andere als breit ist. Egal in welcher Größe ich den Slipper probierte, war mein großer Zeh nicht oder kaum aufgestellt. Wie bereits erwähnt waren der Schmerz am dritten Zeh sowie das Gesamtvolumen die begrenzenden Faktoren auf dem Weg zu der noch kleineren Größe. So landete ich bei 41,5 EU als MINIMAL Größe (da ist mir der Einstieg schon sehr schwer gefallen. 42 oder 8 UK wäre also die Sportlich knackige Variante, 8,5 UK die Bequeme und die 9 UK die Hausschuhnummer. Somit kann man den Anfängern raten sich an der Strassenschuhgröße zu orientieren (und nicht so weit nach oben zu gehen – Leder gibt nach, das ist SICHER!). Die Motivierten können sich an der Anasazi Größe + 0,5 UK orientieren. Alpinisten landen denke ich in der Mitte. Alles in einem sind Zehen eher flach als aufgestellt. MAN BEDENKE, dass der Autor mit Masse in Kletterschuhen mit voll aufgestellten Zehen klettert und die Empfindungen diesbezüglich von dem eines „jungfräulichen“ Fußes abweichen können.

Stonelands S _ Gummiband

Das Gummiband könnte breiter sein und somit bequemer

Dieser Kletterschuh ist tief geschnitten, was ich durchaus positiv und angenehm fand. Etwas enttäuscht hat mich die Ferse. Trotz der „Optimierung“ ist sie alles andere als perfekt sitzend und hatte bei mir in allen Varianten Luft im Fersenboden. Man kann damit zwar hooken  aber ein Clou ist diese Ferse in meinen Augen nicht! Der Druck auf die Achillessehne ist „normal“ ich habe bereits angenehmere Kletterschuhe am Fuß gehabt. An die Aggressivität einer Vapor V Ferse kommt Stonelands S gott sei dank nicht ran. Alles in einem kann man diesen Slipper mit allen Fußformen verwenden. Problematisch wird es mit extrem breiten und sehr schmalen Füßen, der Rest im Bereich des Normalen wird komfortabel bedient. Die richtige Passform, wird hier eh mit der Zeit durch das Einklettern erzielt. Deshalb warne ich vor zu groß Käufen! Leider kann ich noch nicht sagen, wie viel dieser Kletterschuh mit der Zeit nachgibt. Abschliessend kann man zur Passform sagen: „Ja man kann diesen Kletterschuh so tragen, dass die Zehen nicht abbrechen. Ja sie werden bequem und bieten gleichzeitig eine relativ stabile Form. Ja sie sind performant.

Performance – wie kletterst sich der Stonelands Slipper

Wenn diese Sohle was kann, dann ist es reiben!

Wenn diese Sohle was kann, dann ist es reiben!

Der erste Eindruck bei einigen wenigen Antritt Versuchen an der Wand zeigte, das was ich erwartet hatte: Die Kanten sind superstabil und bieten in diesem Bereich eine ordentliche Performance. An die Spitze eines Vapors oder des Anasazi VCS oder Galileo kommt des Stonelands S nicht heran. Je nach Größe (je enger desto stabiler kann man auch auf der Spitze stehen) ist das Teil schon echt bombig „für einen Slipper“! Greifen mit den Zehen und cheaten in Dachbouldern ist bei diesem Kletterschuh die ersten Monate nicht drin (ob überhaupt wird sich zeigen) alles andere kann ich nach Kurzcheck nicht beurteilen und reiche es mit der Zeit in Form von Updates nach.

Haltbarkeit

Die Verbindung von C4 und der robusten Konstruktion erwecken einen langlebigen Eindruck. Die Werte der C4 Sohle sind allgemein bekannt und bilden nach wie vor eine Referenz im Verhältnis Performance/Haltbarkeit. Ob dieser Schuh an die Lebensdauer eines Moccs kommt oder diese sogar übersteigt wird es sich zeigen!

Empfehlung – wozu kann ich diesen Kletterschuh gebrauchen?

Mein bevorzugter Einsatzbereich wäre Bouldern und Routenklettern in der Halle und Draußen in flachen bis senkrechten Wänden. Ich hätte auch keine Hemmungen mit diesem Kletterschuh (nach einer gewissen Eintragezeit natürlich) in große alpine Wende einzusteigen. Für das Ziehen an fränkischen Löchern kann ich dieses Gerät vergessen – für mein Geschmack zu inflexibel. Des Leders wegen ein guter Trainingsschuh, welcher mit der Zeit bequemer wird.

Fazit

Lange Zehen bringt dieser Slipper genau so unter wie griechische Problemfüße

Lange Zehen bringt dieser Slipper genau so unter wie griechische Problemfüße

Der vorerst gewonnene Eindruck ist durchweg positiv. Die Passform ist für mich persönlich nicht optimal und wird etwas Arbeit beim „Formen und Nachjustieren“ kosten. Ich liebe das Leder und freue mich jedes Mal wenn neue Kletterschuhe aus diesem tollen Material rauskommen. Allein deshalb hat sich dieser Slipper seine 5 Sterne verdient. Die Anfänger und Komfort orientierten Kletterer werden es letztendlich selbst entscheiden. Eines muss man berücksichtigen: die volle Leistung entwickeln die „klassischen“ Five Ten Patschen erst nach einer Weile, also nicht gleich abschrecken lassen. Die Größenwahl sollte sich an den Bedürfnissen orientieren (imho macht es keinen Sinn solch einen Schuh maximal ENG zu kaufen!). Alles in einem – deutlich schmaler als der Stonelands V, tiefgeschnitten und bei nicht allzu exotischen Füßen gut passend. Performance ist im Vergleich mit anderen modernen Slippern (für mich) ok bis gut.

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