Kletterschuhe La Sortiva Kataki – Test

Kletterschuhe, Samurai und Waffen

Die neue Generation der „Samurai Kletterschuhe“

Seit dem Tag an dem La Sportiva  das Modell Katana – das nicht weg zu denkende Allroundtalent, an den Start brachte, blieb es der „Samurai Linie“ treu. Seit dem kamen Katana Laces und Otaki dazu. Alle Modelle sind relativ hart, präzise und wirkungsvoll. Nun ist zeit für ein neues Modell geworden – den Kataki. Kataki bedeutet übersetzt die „Rache“ und wirft die Frage auf: „Wie genau grenzen sich diese Kletterschuhe von den anderen Samurai Modellen?“. Diese Frage soll dieser Testbericht beantworten.

Konstruktion und Passform – Kataki Kleterschuhe

Blau Weiß und etwas Gelb – Kataki ist eher moderat im Design

Kataki ist ähnlich aufgebaut wie Katana Laces( KL). Ein Paar neue Features sind dazu gekommen. P3 war zwar bei KL schon an der Tagesordnung, aber die Ausprägung der Vorspannung und des Downturns sind deutlich stärker. Soll heißen: meiner Meinung nach hat Kataki die stärkste Vorspannung und den deutlichsten Downturn aller „Samurai Modelle“. Die Sohle ist nicht durchgängig, das XS Grip Edge bedeckt die untere Seite lediglich zu 3/4.

Die Sohle ist nicht mehr durchgehend

Die Stärke der Zwischensohle beträgt 1,1 mm doch die „gefühlte“ Steifheit ist hoch. So kommt mir dieses Modell deutlich steifer als KL vor. Neben der etwas veränderten Sohlenkonstruktion kommen diese Kletterschuhe mit der neuen S-Heel Ferse daher. Diese ist besonders torsionsfest und macht ein Verdrehen der Ferse am Fuß nahezu unmöglich. Alles andere entspricht im Großen und Ganzen dem Aufbau des KL – die Aufzählung wäre eine reine Wiederholung.

Kataki ist schmaler und spitzer

Die Passform des Kataki lehnt sich stark an dem klassischen Katana Leisten an ist jedoch etwas anders. Während ich KL immer für eine etwas weitere Version hielt, kommt mir Kataki schmaler vor. In meinem Fall (relativ breiter Fuß) hat der kleine Zeh zu wenig Platz. Ein ausreichendes Weiten des Microfaseraterials der Zehenbox halte ich nach den gemachten Erfahrungen mit KL für aussichtslos und kann den Kataki für mich als unpassend und zu schmal abhacken.

S-Heel ist Top

Da hilft auch die Schnürung nichts, denn diese geht nicht weit genug bis zu den Zehen, bzw. lässt an meinem Hot Spot nichts verändern. Das Volumen für den Rist ist dafür dank der Schnürung gänzlich ausreichend. Wie auf den Bildern zu sehen ist, bleibt sogar noch platz über. Kataki kommt mir zudem etwas spitzer und einwenig Valgus lastiger vom Schnitt des Leistens vor der KL, mit dem er sich nun mal messen muss. Die Ferse sitzt dafür wirklich wie angegossen. Die S-Heel ist somit den funktionalen Aspekten eben auch bei Passform ganz vorne mit dabei. Insgesamt behält der Kataki die Tradition des Katana bei. Ein Leisten der recht neutral ist und vielen Fußtypen passt. Meiner Ansicht nach haben die ägyptischen Zehentypen etwas bessere Passformergebnisse aber für den Rest geht es natürlich auch. Die Größe fällt exakt genau so aus wie alle aktuellen La Sportiva Modelle. Ich tendiere derzeit zu 40,5 EU, dies sichert mir den Kompromiss zwischen Komfort und Performance.

Performance der Kataki Kletterschuhe

Der Downturn ist sehr prominent

In der kurzen Zeit haben ich das Hauptaugenmerk auf den Vergleich mit der „Konkurrenz“ gelegt. So musste Kataki gegen KL, Miura XX, und Miura VS antreten. Dieser Vergleich ist nie absolut objektiv, denn meine KL sowie Miura VS haben schon einige Routen im Fels hinter sich. Miura XX war dagegen neu. Nach meiner persönlicher Bewertung ist Miura XX der präziseste Kletterschuh von La Sportiva. Er bietet die optimalste Mischung zwischen Härte, Gefühl, Präzision und Unterstützung.

Etwas schief aber performativ

Kataki folgt diesem Modell dicht dahinter, Miura VS und KL halten sich für mich die Waage. Ich muss jedoch dazu sagen, dass dieser Vergleich stark pauschalisiert ist und in kleinster Weise den feinen Differenzen  zwischen den genannten Kletterschuhen Rechnung trägt. Durch den stärkeren Downturn und der sehr feinen, starken Spitze klettert sich Kataki in Überhängen sehr gut und findet leicht Platz in kleinen Löchern. Das Gefühl für den Tritt ist nicht wirklich vorhanden, was aber bei allen genannten Modellen die am schwächsten ausgeprägteste Eigenschaft ist. In Platten und senkrechten Wänden ist Kataki ebenfalls absolut zuhause und entlastet spürbar die Füße. Die Hooks mit der neuen S-Heel sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, den man spührt sehr wenig von der Hookfläche, doch nach einer Weile wächst das Vertrauen in das Gummi und man kann ganz einfach und sauber das Körpergewicht „loswerden“.

präzise und stark im Vergleich ähnlich

Die Toe-Hook Eigenschaften sind nicht wirklich bewertbar, denn dank der Steifheit und des Downturns ist ein Anheben der Zehen utopisch. Dafür sind diese Kletterschuhe aber auch nicht gedacht, denn sonst wäre eine Menge Gummi auf der Oberseite der Zehenbox zu finden. Insgesamt klettert sich Kataki wie ein sehr steife Kletterschuh mit einem starken Downturn, mit allen Vor- und Nachteilen.

Fazit: La Sportiva Kataki Kletterschuhe

Die Qual der Wahl. Ich bleibe bei Katana Laces

Genaue Abgrenzung des Kataki zu Katana Laces (KL) ist für mich selbst nach ausgiebigen Testphase kaum möglich. Kataki stellt sich für mich als Pendant zum Otaki dar. Mehr Downturn mehr Vorspannung, leicht modifizierte Passform – das sind kurz zusammengefasst die Unterschiede. Für mich kommt Kataki nicht in Frage: er passt mir schlechter als KL und verformt dafür nicht wirklich besser. Diejenigen die etwas Neues suchen, sollten Kataki dennoch ausprobieren, wer weiß, vielleicht ist das die Lösung für die fränkischen Löcher… Weiterhin empfehlen sich diese Kletterschuhe für alle Kletterer die Probleme mit den Fersen der restlichen „Samurai Reihe haben“.

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