Kletterschuhe Scarpa Chimera – Test

Scarpa´s neues Fabelwesen?

Chimäre ist bunt und auffällig

Scarpa ist immer für eine Überraschung gut. Nach dem ich Furia und Drago mal angetestet hatte, dachte ich zu wissen was für ein Konzept hinter dem neuen „Biest“ in der Scarpa Familie. Bei Chimera ging ich davon aus, dass der Aufbau ähnlich soft und agil sein wird, wie es bei den beiden erstgenannten eben der Fall ist. Meine Erwartung war sogar gewesen, dass der Neuling der weichste Kletterschuh dieser Reihe sein wird. Meine Annahme basiert auf der Erfahrung, dass die Hersteller die Schnürer entweder steif wie einen Anasazi Blanco macht oder das komplette Gegenteil davon konstruiert, wie es bei einem Hornet der Fall ist. Dieser Testbericht versucht Licht in die Welt der Annahmen und Vermutungen zu bringen und die eine oder andere Kaufentscheidung zu erleichtern.

Konstruktion, Passform und Größe dieser Kletterschuhe

Wesentlicher Unterschied zu Drago

Im Vergleich zum Drago und Furia ist Chimera ein wirklich strukturierter Kletterschuh. Ob das Microfibre Material eine geringere Stärke aufweist, kann ich nur mutmaßen, denn nachgemessen hab ich nicht. Es wirkt jedoch etwas stärker und obwohl der Kletterschuh sehr leicht ist, fühlt sich das Gummi steifer an. Deshalb kommt mir die Form auch stabiler an, was man bei jedem in die Hand Nehmen deutlich spürt. Ich würde es mit einem Karbon Fahrrad vergleichen, welches trotz des „fragilen“ Materials leicht und in sich sehr stabil ist. Rein die Bauteile betreffend ist Chimera bis auf die Schnürung gleich mit Drago. Aktive Zwischensohle ist jedoch härter.

Diese Kletterschuhe sind weich aber stabil

Hart ist bei weichen Kletterschuhen natürlich relativ, doch speziell der Bereich unter dem Zehengrundgelenk und in die Richtung der Spitze knapp davor ist wirklich steifer. Dafür ist die Spitze wirklich weich und biegsam. Die Schnürung verdient es ebenfalls extra erwähnt zu werden, denn solch eine asymmetrische, in der Höhe versetzte Schnürung hab ich noch nie gesehen. Dies sorgt in zwei Zügen für einen sehr passenden 3-D Sitz. Die Ferse ist im Prinzip die gleich wie beim Drago. Die Vorspannung ist gigantisch, der Downturn dafür eher unauffällig.

Chimäre ist breiter als Drago und Dragon (Bild)

Der Leisten entspricht mit einer Ausnahme dem Drago. Der einziger Unterschied ist die Breite. Chimera ist um den kleinen Zeh rum etwas breiter. Was für meine an dieser Stelle breiten Füße ein echtes Glück ist. Die Form der Zehenbox ist deutlich ägyptisch, der große Zeh liegt in meinem Fall gänzlich gestreckt fühlt die Spitze jedoch super aus. Die Schnürung lässt das Volumen wirkungsvoll anpassen.

Die Ferse ist identisch zu Drago

Die Ferse sitzt bei mir mit etwas Luft am Fersenboden, aber dennoch immer noch sehr gut. Die Größe ist meiner Ansicht nach typisch für Scarpa. 42 EU ist neuerdings bei allen Modellen durch die Bank meine Minimalgröße. Durch die durchgehende Gummierung der Zehenbox ist der Druck auf meine stark aufgestellte kleine Zehen ist enorm, jedoch wird er von Nutzung zur Nutzung geringer und der Komfort steigt. Ägyptische Zehenformen mit normalen und überdurchschnittlichen Breiten werde keine solche Probleme nicht haben, sondern einen perfekt sitzende Passform vorfinden.

Performance des Scarpa Chimera

Der Downturn ist kaum sichtbar, aber Performance stimmt!

Der erste Kontakt mit einem Tritt offenbarte bereits eine wichtige Eigenschaft des Chimera: Präzision und Trittsicherheit welche dieser Kletterschuh verleiht.  Diese natürliche Präzision mit der zu 100% auf Anhieb auf einem Tritt landet hat mich tief beeindruckt, denn sie sucht ihres Gleichen. Selbst mit solchen Klassikern wie Five Ten Dragon in der Minimalgröße verglichen ist Chimera eine neue Dimension in Sachen der Präzision. Obwohl die Spitze so weich und biegsam ist, kann man mit Chimera meines Erachtens besser auf kleinen Tritten stehen als mit Drago und Dragon. Beim Treten würde ich die Performance als eine Mischung aus Testarossa und Mago bezeichnen.

Der Toe-Hook Patch ist wirklich aus einem Fuß

Die optimale Abstimmung des Chimera machten es mir möglich in jeglichen Neigungswinkeln ohne Probleme mit den Füßen mehr als genügend Halt zu finden. Die Hoockerei geht zudem ebenfalls einfach und leicht von der Hand. Dank des sehr festen Sitzes am Fuß und der stabilen Gummierung ist das Holken mit der Ferse ein Kinderspiel. Die Tos-Hooks sind anfangs etwa anstrengend, da das anheben der Zehen etwas Kraft kostet, doch nach einer Weile gelingen diese intuitiver und müheloser. Insgesamt bin ich schwer begeistert und bereits nach einer kurzen Zeit sehr überzeugt von diesem Modell.

Fazit – Kletterschuhe Scarpa Chimera

Diese Kletterschuhe verdienen den „Daumen Hoch“

Seit langem hat mich kein Paar Kletterschuhe dermaßen begeistert können, wie es Scarpa Chimera getan haben. Würde ich diese Kletterschuhe in zwei Worten beschreiben müßen, würde ich ich die Begriffe: Präzision und Sensibilität wählen. Chimera sitzt unglaublich präzise am Fuß und trift jeden Tritt als wäre eine GPS Unterstützung implementiert. Die Mischung aus Härte und Flexibilität in der Sohle machen himera zu einem Kletterschuh für das Bouldern und Klettern. Er verformt i Überhang genau wie in der Platte und ist deshalb ein kleiner softer Allrounder. Ein paar „weiche“ Kletterschuhe ganz nach meinem Geschmack.Heinz Mariacher hat es wieder geschafft ein Meisterwerk zu kreieren und mir bleibt nur eine  uneingeschränkte Empfehlung aus zu sprechen.

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2 Antworten zu Kletterschuhe Scarpa Chimera – Test

  1. Pfurfl schreibt:

    Servas!

    Kann deine Eindrücke vollends bestätigen! einer der besten Schuhe, wenn nicht gar DER Schuh der nächsten Jahre!
    Ich trage den Chimera in 41,5 bei Schuhgröße 43,5 und er sitzt perfekt. Das überraschende dabei ist jedoch der Komfort, welchen man bei einem solchen High end Modell nie erwarten würde:
    nach einem 6 tägigen Klettertrip nach Verdon und Finale fühlten sich meine Zehen so an, als ob ich gar nicht geklettert wär 😛
    Der Vergleich mit dem Testarossa passt sehr gut, wobei der im Bereich des Fußballens etwas mehr Support bietet als der Chimera und deshalb in Platten und in senkrechten, leistigen Gelände so etwas besser performt. Dafür funktioniert die Schnürung des Chimera um einiges besser als die vom Testarossa.
    Der „relativ geringe“ Downturn kommt meiner Meinung daher, dass die Spitze so weich ist, dass dieser ohnehin beim antreten eines Trittes verschwindet…was meiner Meinung nach auch der größte Benefit des Schuhs ist: man klettert mit dem Chimera viel intuitiver als mit anderen Schuhen, da man teilweise gar nicht mehr überlegt was man ansteigt, da er durch die sensible und softe Spitze ohnehin fast überall kleben bleibt!

    Mein Fazit:
    endlich mal wieder ein High Performance Schuh für alles, vom Bouldern bis zum alpinen Gelände, vorausgesetzt man hat genügend Strom in den Zehen 😉 lediglich der Support im Bereich des Fußballens könnte ein wenig besser sein, aber zu meckern gibts ja immer was 😉

    • kletterschuhtest schreibt:

      Servus,
      du sagst es: perfekt ist nichts…
      mit Chimera in Verdon – man du musst Strom haben 😉
      Schreib bitte wie lange Chimäre bei dir gehalten hat, das interessiert mich brennend…
      VG

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