La Sportiva Otaki Kletterschuhe – Test

Kletterschuhe La Sportiva Otaki im Test

La Sportiva Otaki Kletterschuhe im kurzen Test

La Sportiva Otaki Kletterschuhe im kurzen Test

La Sportiva Otaki ist die Antwort auf die Bedürfnisse einer Kletterhallengeneration. Man könnte auch den Begriff der modernen Sportklettergeneration verwenden, aber ich möchte es bewusst nicht tun, da die Steilheit der Wände in der Kletterhalle in seltensten Fällen den Gegebenheiten in deutschen Klettergärten entspricht. An dieser Steilheit orientieren sich aber die Hersteller beim Konzipieren von neuen Kletterschuhmodellen. Otaki ist meiner Meinung nach eine Art Weiterentwicklung von bestehenden Modellen und ein Kompromiss, geschaffen für die kletterhallenafinen, fortgeschrittenen Kletterer.

Optik und Verarbeitung

Das Babyblau passt nicht wirklich zu Orange...

Das Babyblau passt nicht wirklich zu Orange…

Optisch steht Otaki in harter Konkurrenz zu bestehenden Modellen aus der Performance Reihe von La Sportiva. An solchen formschönen und optimal abgestimmten optischen Leckerbissen wie Miura VS, Katana Lace und (zumindest der alte) Solution führt nur mal kein Weg dran vorbei. Aber beim Otaki haben es La Sportivas Designer geschafft einen komplett neuen schlicht aber modern wirkenden Look zu kreieren. Über das Gefallen oder Missfallen möchte ich mich nicht auslassen, sondern dies dem Leser und Nutzer überlassen.

Made in Italy - das spürt man

Made in Italy – das spürt man

Die Verarbeitung ist wie gewohnt gut. Die Kletterschuhe wirken jedoch etwas robuster gestaltet und verarbeitet, als es bei einem Miura VS, Genius oder auch einem Katana der Fall ist oder zumindest war. Auf den ersten Blick habe ich sogar vermutet, das dieses neue „Mainstream“ Modell irgendwo in Ost Europa hergestellt wurde (ist der neue Trend…). Auf dem Etikett steht jedoch nach wie vor „Made in Italy“ drauf. Also ist nach wie vor davon auszugehen, dass die Italiener in Dolomiten nach wie vor selbst die Hand anlegen. Gut so.

Konstruktion dieser Kletterschuhe

Otaki Kletterschuhe wirken breiter als sie sind

Otaki Kletterschuhe wirken breiter als sie sind

In diesem Kletterschuh wird die bewährte P3 Technologie verwendet. Meiner Meinung ist dieses Konzept ein absolutes Erfolg und sucht weiterhin seines Gleichen. Ich würde nicht soweit gehen und behaupten es handelt sich um das beste Sohlenaufbaukonzept aber es gehört mit Sicherheit zu der Top 3. Neu hinzugekommen ist die S-Heel. Dabei handelt es sich um eine neue Fersenkonstruktion. Diese zeichnet sich durch einen Versteifungssteg auf der Innenseite der äußeren Fersenkappe. S-Heel lässt sich dadurch nicht so leicht verformen und weist eine erhöhte Torsionssteifigkeit als eine herkömmliche Ferse. Die Außenseite ist leider nicht komplett gummiert. Die Gummierung ist jedoch zweckmäßig gestaltet und bietet im Vergleich zu der ebenfalls sehr guten Ferse des Miura VS deutlich überlegene Details.

Die Sohle aus XSEdge ist recht steif

Die Sohle aus XSEdge ist recht steif

Otaki besteht, gemäß den Angaben auf dem Etikett aus Leder, welches innen mit einem Futter aus künstlichem Material versehen ist. Die Velcros sind nach dem Katana Prinzip gestaltet und schliessen gegenläufig. Auf der Zehenbox befinden sich schwarze Applikationen, die einen Toe-Hook Patch darstellen sollen. Diese sind leider nicht aus Gummi, sondern wirken eher wie Plastik und fühlen sich nicht nach Reibung an. Die Zunge ist halbseitig vernäht und lässt sich zu einer Seite öffnen. Die Anziehschlaufen sind wie gewohnt breit, groß und lassen sich ohne Probleme belasten. Insgesamt findet man in der Konstruktion jegliche moderne Technologien und mit S-Heel sogar eine Innovation.

Passform und Größe

Zehenbox bietet allen Zehentypen Platz

Zehenbox bietet allen Zehentypen Platz

Otaki wirkt im Bezug auf Passform wie eine Mischung aus Miura VS und Katana. Diese Kletterschuhe wirken jedoch breiter als sie sind. In der Größe 40,5 EU kommt mir die Breite der von Katana gleich. Das mache ich immer am Druck um den kleinen Zeh herum. Sowohl die Breite als auch das Volumen würde ich als normal einstufen. Die Form isr für schmale ägyptische Fußformen sicherlich nicht optimal, da sollte sich der Fußbesitzer eher Richtung Otaki women orientieren. Die Zehenbox bietet reichlich Platz für einen langen großen Zeh und auch einen längeren zweiten (Mortens-Toe), griechischen Zeh. Insgesamt ist die Passform somit sehr universal und wird sicherlich vielen Zehentypen gut passen. Meinem breiten römischen Fuß passt dieser Kletterschuhe grundsätzlich schon, obwohl ich mir um den kleinen Zeh herum mehr Platz wünschen würde.

Die Ferse passt wie angegossen

Die Ferse passt wie angegossen

Was die Größenwahl angeht tendiere ich momentan bei neuesten Modellen zu 40,5 EU  und nicht zu 40 EU – meiner Standart Größe von La Sportiva. Im Fall von Otaki bezweifle ich, dass die 4o EU von der Länge her passen würde. 40,5 EU passt optimal, eng anliegend ohne übermässigen Schmerz. Ich würde aber lügen, wenn ich die Kombination aus meiner Fußform, dem Leisten und der Größe als super komfortabel bezeichnen würde. Ein weiterer Kritikpunkt von vielen könnte die recht aggressive Spannung der ziemlich hoch gezogenen Ferse werden. Auf jeden Fall ist da nach den wenigen Malen ein gewisser Disskomfort auch bei mir merklich. Insgesamt halte ich die Passform jedoch für sehr gelungen. Obwohl der Otaki aus Leder ist würde ich keine große Dehnung erwarten. Der Kletterschuh besitzt eine feste Struktur und gibt schätzungsweise soviel nach wie Miura Lace oder Katana.

Performance  & Haltbarkeit von La Sportiva Otaki

Die Spitze erinnert an Miura VS und funktioniert prima

Die Spitze erinnert an Miura VS und funktioniert prima

La Sportiva Otaki klettert sich wie der Miura VS, jedoch mit einer anderen etwas besseren Präzision und gefühlt einem ausgeglicheneren Support. Was die Sohlenhärte angeht, ist Otaki ähnlich steif wie Miura VS und Katana Laces. Die Zwischensohle von 1,1 mm Dicke macht diese Steifigkeit möglich, die enorme Vorspannung, ordentlicher Downturn und XS Edge Gummi tragen Weiteres zu Präzision und Stabilität bei. Kleine Tritte sind für Otaki kein Problem. Man steht wie eine 1, ohne zu ermüden, ohne abzurutschen oder ein schlechtes Gefühl zu haben. Wahnsinnig sensibel sind diese Kletterschuhe jedoch nicht, das ist auch nicht möglich, denn Steifigkeit mit Sensibilität zu kombinieren ist eine Mission an der schon viele gescheitert sind. Beim Klettern im Überhang und Bouldern lässt sich mit Otaki passabel an Tritten ziehen, die Performance hier ist für einen steifen, stark strukturierten Kletterschuh typisch.

Trotz der nicht kompletten Gummierung ist das Hooken ein leichtes Unterfangen

Trotz der nicht kompletten Gummierung ist das Hooken ein leichtes Unterfangen

Man kann eben nicht alles haben. Das Hooken mit der Ferse gelingt bei positiven Leisten ohne Probleme. Beim Hooken auf Slopern wünsche ich mir eine kleine Kante an der Außenseite der Fersenschale. Da ist mir die Ferse zu rund. Von dem einen oder anderen hohen Hook bin ich deshalb bereits abgerutscht. natürlich ist die Ferse steifer als von Miura VS aber manchmal ist es nicht schlecht etwas Verformung zu haben, um den Formschluss mit dem Hook besser herstellen zu können. Aber insgesamt passt die Ferse hervorragend und arbeitet bei Hooks nahezu perfekt. Nicht ganz so gut gestaltet sich das Hackeln mit den Zehen. Dafür ist Otaki zu steif und die Gummierung auf der Zehenbox ist mehr dekorativ als funktional. Insgesamt ist Otaki für mich ein Katana mit P3 und Downturn. Sehr gut. Die Haltbarkeit ist sicherlich mit den restlichen Top Modellen von La Sportiva vergleichbar. Ob Otaki so wie Katana dazu neigen wird an der Spitze einen Riss zu bekommen oder ähnlich wie Miura VS am durchgeriebenen vorderen Velcro leiden wird (Zweiteres ist aufgrund der höheren Position des vorderen Velcros nicht zu erwarten) wird die Zeit zeigen. Bis jetzt machen die Kletterschuhe einen sehr robusten und haltbaren Eindruck.

Fazit

Die S-Heel ist die Innovation des Jahren (?)

Die S-Heel ist die Innovation des Jahres (?)

La Sportiva Otaki ist quasi ein moderner Katana, mit allem was ein moderner Kletterschuh benötigt. Seinen Einsatzbereich sehe ich im steileren Wänden. Für Platten ist er zu steif für richtig krasse steile Wände und Dächer ebenfalls. Alles dazwischen ist ein optimales Terrains für diese Kletterschuhe. Ich bin der Meinung dass diese Kletterschuhe ihr Geld wert sind und in der Samurai Schwert Familie einen würdigen Platz finden und die Herzen von vielen Plastik- aber auch Felskletterer erobern wird.

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